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„Entkorkt die Champagnerflaschen, serviert erlesene Häppchen, feiert! Es gibt einen Gott, Moria brennt.“ Mit diesen Sätzen beginnt Mely Kiyak ihre Kolumne „Kiyaks Exil“ im Polit-Magazin republik.ch am 15. September 2020.

Das ist die Lage in Moria

Am 8. September 2020 kam es im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu Demonstrationen von Migranten. Grund dafür war, dass einige von ihnen positiv auf COVID-19 getestet wurden, aber nicht in Quarantäne wollten. Am Abend brach dann ein Feuer aus und das Lager brannte fast vollständig nieder.

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Der Großbrand von Moria war noch aus Kilometern Entfernung zu sehen.
Screenshot Twitter

Deutsche Politiker fordern nun die Aufnahme der obdachlos gewordenen Flüchtlinge. Derweil erhärtet sich der Verdacht, dass die Migranten selbst das Feuer legten. Abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan sind bereits als mutmaßliche Brandstifter verhaftet worden.

Kiyak: Europäer seien »Wahnsinnige«

Der Titel des Artikels lautet: „Endlich“. Diejenigen, die das Anzünden eines Flüchtlingslagers als Erpressung bezeichnen, nennt Kiyak „die Rechtsextremen, die Faschisten, die Niederträchtigen in Menschengestalt“. Deshalb müsse „ihnen jeder anständige Demokrat entgegenschreien: NA UND?“

Die Organisation Sea Watch lobt Kiyaks Aussagen.
Screenshot Twitter

Sie schreibt, das Feuer zu legen sei „das einzig Richtige“ gewesen. Mehr noch: „Ein mutiger Akt.“ Die Brandstifter hätten das „moralische Recht, aufzubegehren. Mit allen Mitteln, die ihnen in einem undemokratischen Herrschaftssystem zur Verfügung stehen.“

Die Angst vor Flüchtlingen habe aus den Europäern „Wahnsinnige […] Brandstifterinnen, Attentäter, Zerstörerinnen von Demokratie und Frieden“ gemacht und sie „millionenfach zu glühenden Faschisten“ verwandelt.

»Lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur«

In ihrer ZEIT-Kolumne „Kiyaks Deutschstunde“ schreibt Mely Kiyak zurückhaltender. Es handle sich beim Großbrand um eine „Verzweiflungstat“. Außerdem fehle es der deutschen Flüchtlingspolitik an „Menschlichkeit“.

2012 wurde Sarrazin entmenschlichend von der Journalistin beleidigt.
Gemeinfrei

Die restlichen Artikel ihrer Kolumne haben Titel wie „Alle rein!“ und fordern die uneingeschränkte Aufnahme von Asylbewerbern. Ihr Feindbild erstreckt sich von Rechten über Anti-Lockdown-Demonstranten bis hin zu Polizisten.

Schon im Mai 2012 hatte Kiyak in ihrer Kolumne für die Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung Aufsehen erregt. Sie hatte das damalige SPD-Mitglied Thilo Sarrazin wegen seiner halbseitigen Gesichtslähmung als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ beschimpft. Der Deutsche Presserat bezeichnete das als schwerwiegenden „Verstoß gegen die publizistischen Grundsätze“, weil Sarrazin „in seiner Menschenwürde verletzt“ worden sei.