In Zeiten einer globalisierten Welt, in der Männer und Frauen rund um den Globus eigentlich so ziemlich dasselbe tragen, erlebt ein ziemlich deutsches Phänomen seine Wiedergeburt: die Tracht.

Die meisten denken bei Trachten an Dirndl, Lederhosen und Oktoberfest – dabei haben viele Regionen in Deutschland ihre eigene Tracht!

1Schwälmer Tracht

 

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Seit knapp 150 Jahren kennen die Menschen in der nordhessischen Schwalm ihre farbenfrohe Tracht, die auch Künstler wie Carl Bantzer oder Paul Scheffer zu schönen Gemälden inspirierte.

Besonders das rote Betzel-Häubchen ist für die Schwälmer Tracht typisch – oft wird sogar angenommen, dass das Märchen vom Rotkäppchen hier seinen Ursprung hatte, auch wenn es schon wesentlicher älter als die Schwälmer Tracht ist.

2Schaumburger Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von Henning (@henning.dormann) am

Das niedersächsische Schaumburger Land hat eine besonders stark ausgeprägte Trachtentradition, die auch noch regionale Varianten kennt: So gibt es die Lindhorster Tracht (auf dem Bild zu sehen), die Bückeburger Tracht mit ihrer ausgefallenen schwarzen Schleifenhaube und viele mehr.

Im Schaumburger Land war es sogar noch bis ins späte 20. Jahrhundert üblich, dass man Frauen in Trachten auf der Straße sah – heute kümmern sich vor allem Trachtenvereine um die Traditionspflege.

3Sorbische Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von Peter Becker (@bilderbecker) am

Wer durch die Städte und Dörfer der Lausitz fährt, dem fallen auch heute noch die slawisch aussehenden Namen auf Ortsschildern und einzelnen Läden auf. Schon seit etwa 600 n. Chr. siedelten die Sorben in den deutschen Regionen östlich der Elbe und der Saale an.

Heute leben noch knapp 60.000 von ihnen in Nieder- und Oberlausitz und gelten in Deutschland als anerkannte Minderheit. Traditionell teilt sich das sorbische Gebiet in elf Regionen mit eigenen Trachten auf. In vier davon trägt man sogar heute noch im Alltag Tracht!

4Föhringer Tracht

 

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Die nordfriesischen Inseln Föhr, Amrum, Hooge und Langeneß gelten als Orte einer besonders starken Trachtentradition, die auch heute noch gelebt wird.

Besonders bei feierlichen Anlässen wie Hochzeiten oder Konfirmationen gehört die Tracht für die Inselbewohner einfach dazu und wird von Generation zu Generation weitervererbt.

Die Föhringer Tracht hat ein besonders schönes Detail: Ein Silberamulett, das oft mit Kreuz, Herz und Anker verziert ist – Symbole für Glaube, Liebe und Hoffnung!

5Die Tracht der Moselblümchen

 

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Ein Beitrag geteilt von Internat’l Riesling Foundation (@drinkriesling) am

Diese Tracht ist an der schönen Mosel, zwischen Trier und Koblenz beheimatet. Auch heute noch wird die Tracht der Moselblümchen entlang der größten und ältesten deutschen Weinbauregion zu Weinfesten oder Kirmessen getragen.

Während die Tracht der Männer hier an die traditionelle Winzerkleidung erinnert, ist die Tracht der Moselblümchen noch jung und bezieht sich wahrscheinlich auf das gleichnamige Bild des deutschen Malers Josef Lieck, in dem genau diese Kleidung zu sehen ist.

6Probsteier Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von ProbsteierTanz/Trachtengruppe (@probsteiertrachtengruppe) am

Die Probstei an der Kieler Bucht ist eine Region, die seit jeher von der Landwirtschaft lebte. So finden sich auch heute noch unzählige Trachten auf den Dachböden der Landhäuser reicher Bauernfamilien.

Wenn auch mit der Industrialisierung der Bezug zur Tracht erst einmal verlorenging und man die schönen Kleider als Kissenbezüge oder zum Bespannen von Stühlen nutzte, erlebt auch die Probsteier Trachtenkultur seit den 1980er-Jahren eine Wiedergeburt.

7Hochschwarzwälder Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von Trachtenjugend des BHV e.V. (@trachtenjugend_des_bhv) am

Die Hochschwarzwälder Tracht mit den hübschen Goldstickereien auf dem Samtmieder trägt man auch heute noch in der Trachtengruppe des malerischen Örtchen Todtnauberg.

Darüber hinaus ist Todtnauberg auch dafür bekannt, dass der große deutsche Philosoph Martin Heidegger Teile seines Hauptwerkes Sein und Zeit hier niederschrieb.

8Mittelschwarzwälder Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von Sabrina Bodemer (@_sabrina_bo) am

Charakteristisch für die Mittelschwarzwälder Tracht ist der rote, aus Heu gefertigte Bollenhut. Früher trugen unverheiratete Frauen einen roten und verheiratete einen schwarzen Bollenhut.

Kam der auffällige Schmuckhut ursprünglich aus kleinen Schwarzwalddörfern, wurde er dank einer Welle von Heimatfilmen im Deutschland der 50er- und 60er-Jahre zum allgemeinen Symbol des Schwarzwalds.

Mit 15 Millionen Zuschauern war der erste deutsche Farbfilm der Nachkriegszeit „Schwarzwaldmädel“ aus dem Jahr 1950 eine der erfolgreichsten deutschen Filmproduktionen überhaupt.

9Rhöner Tracht

 

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Ein Beitrag geteilt von Trachtenjugend Abtsroda (@trachtenjugend_abtsroda) am

Zwischen Bayern, Hessen und Thüringen liegt das schöne Mittelgebirge der Rhön, wo die Rhöner Tracht ihren Höhepunkt zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte.

Während die katholischen Bäuerinnen ihre Tracht möglichst bunt liebten, bevorzugten die protestantischen Frauen schlichte Farben. Schon um 1850 sollen die Rhöner Trachten dann aus der Mode gekommen sein. Heute besinnen sich viele Rhöner auf ihre Tracht.

10Marburger evangelische Tracht

 

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Die Marburger evangelische Tracht verbreitete sich wahrscheinlich Ende des 18. Jahrhunderts vom Landkreis Marburg-Biedenkopf aus und war bald auch darüber hinaus beheimatet.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie stetig angepasst und verändert, als charakteristische Merkmale der Tracht etablierten sich aber der blaue „Hessenkittel“ und vor allem der charakteristische „Schnatz“. Diese Frisur gehörte schon von Anfang an zur Marburger evangelischen Tracht und gilt heute als Symbol der „Hessentracht“.

Einzigartig im Deutschland des 20. Jahrhunderts: Laut Aufzeichnungen eines Trachtenforschers aus dem Jahr 1930 trugen zu diesem Zeitpunkt noch 20.000 Frauen in 164 Dörfern Tracht!

11Schutterwälder Tracht

 

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Die Schutterwälder Tracht stammt aus dem baden-württembergischen Ortenaukreis und gilt als eine der eigenartigsten Trachten Süddeutschlands: Weil sie sich so sehr von den Trachten der Nachbardörfer unterschied, bezeichnete man Schutterwald auch seit jeher als „Trachteninsel“.

Neben dem Stolz der Schutterwälder Bäuerinnen – dem Schutterwälder Zopf – war auch die Art und Weise, wie sie ihre wertvollen Halstücher trugen, eine markante Eigenart der Tracht. So konnte man am Halstuch erkennen, ob die Trägerin ledig, verheiratet oder verwitwet ist.