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Linke wollen, dass Kinderbücher sich verändern. Sie sollen nicht mehr nur die Vielfalt der Geschlechter, sondern auch die der Kulturen behandeln.

Letzteres möchte jedenfalls das britische „Zentrum für Lesekompetenz in der Grundschulbildung“ (CLPE), das dringenden Handlungsbedarf sieht.

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Vier Prozent mehr nicht-weiße Hauptcharaktere immer noch nicht genug – Verleger sollen sich »bessern«

Im Jahr 2018 veröffentlichte die wohltätige Organisation CLPE, die Kinder fürs Lesen begeistern will, eine Studie. Und die sorgte damals für viel Furore, zeigte sie doch, dass nur ein Prozent der Hauptcharaktere in englischen Kinderbüchern Schwarze, Asiaten oder andere nicht-weiße Minderheiten waren.

Und das, obwohl knapp ein Drittel der englischen Schulkinder inzwischen einen Migrationshintergrund hat – es folgte eine Empörungswelle in den Medien. Zwei Jahre später brachte das CLPE erneut eine Studie zu demselben Thema heraus.

Das Ergebnis: Inzwischen sind rund fünf Prozent der Kinderbuch-Protagonisten in England einer ethnischen Minderheit zugehörig. Dies sei laut Farrah Serroukh, der Leiterin des CLPE-Projekts, zwar ein Grund zur Freude, aber immer noch nicht genug. Das Ziel solle es sein, die Verleger dazu anregen, sich weiter zu „verbessern“.

Diversity-Training statt Bären und Raupen: Tierische Hauptcharaktere würden nur vom »wirklichen Problem« ablenken

Die neue Studie wurde entscheidend aktualisiert: Die Verlage beschwerten sich nämlich darüber, dass die Studie nur menschliche Charaktere einbezöge.

Der gefühlte Mangel an Vielfalt käme nur davon, dass viele Hauptcharaktere weder schwarz noch weiß, sondern einfach nur Tiere wären.

Das „Centre For Literacy In Primary Education“ in London
Jwslubbock – Wikimedia

Und tatsächlich: Laut Auskunft der Verlage waren rund 38 Prozent der Hauptcharaktere in englischen Kinderbücher Tiere oder sogar Gegenstände. Für die Autoren der Studie ein großes Problem – die Fixierung auf Tiere würde davon ablenken, „das wirkliche Problem anzupacken“.

Was das „wirkliche Problem“ ist, erklärt Sarah Crown, Gründerin der CLPE-Studie: „Es ist schön, eine konstante Verbesserung zu beobachten. Aber es muss noch viel mehr getan werden, damit alle Kinder sich selbst in Büchern sehen können und die Vielfalt Großbritanniens im 21. Jahrhundert sich auch in der Verlagsindustrie widerspiegelt.“