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Er musste den Sprung zweimal vorführen, damit man ihm die Geschichte glaubte.

Mit einem Sprung in die Freiheit

Dass Länder nicht jeden reinlassen sollten, ist klar. Aber nur kommunistische Staaten halten das eigene Volk wie in einem Gefängnis. Nordkorea hat das perfektioniert. Trotzdem sind seit der Teilung Koreas 1948 über 33.000 Menschen in den Süden geflohen.

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Südkoreanischer Grenzzaun: Menschen hängen bunte Gebetsbänder mit den namen ihrer Verwandten im Norden an den Zaun.
JHVEPhoto – iStock

Eine spektakuläre Flucht legte im November 2020 ein Athlet hin: Zunächst verließ er unentdeckt den Norden. Dann überquerte er die vier Kilometer breite, mit Minen gespickte Zone. Zuletzt sprang er über einen fast drei Meter hohen Stacheldrahtzaun, um nach Südkorea zu kommen.

Sein Körperbau half ihm bei der Flucht

Knapp einen Kilometer weiter wurde der Ausreißer von südkoreanischen Soldaten erwischt. Die Soldaten waren misstrauisch, da es fast unmöglich ist, das Minenfeld zu überqueren. Der Zaun war außerdem nirgends beschädigt und nur an einer Stelle etwas herunter gedrückt. Sensoren hatten nicht angeschlagen.

Weil man ihn für einen nordkoreanischen Spion hielt, wurde er in Gewahrsam genommen. Außerdem musste er zweimal vorführen, dass er wirklich so hoch springen kann. Der Mann sagte, er sei ein ehemaliger Sportler. Südkoreanische Behörden gaben bekannt, er sei sehr klein und leicht.

Meistens fliehen Soldaten

Weil die innerkoreanische Grenze so schwer befestigt ist, wählen die meisten Flüchtlinge den ebenfalls gefährlichen Pfad über China. Trotzdem nehmen immer wieder nordkoreanische Grenzsoldaten den direkten Weg – zuletzt im August 2019. Einen der spektakulärsten Ausbrüche unternahm ein nordkoreanischer Soldat im November 2017:

Er raste mit einem Geländewagen zur Grenze. Als er mit dem Wagen feststeckte, musste er zu Fuß weiter. Seine „Kameraden“ waren nur ein paar Meter entfernt und entfesselten einen Kugelhagel. Der Soldat fiel angeschossen zu Boden, lag aber im Süden. Nachts zogen ihn zwei südkoreanische Soldaten aus dem Dreck und versorgten ihn.