Sogar das FBI rückte aus: In der kalifornischen Stadt Oakland kam es zu Empörung, als in einem Park angeblich Henkersknoten an Bäumen gesichtet wurden.

Erste Vermutung: ein rassistisches Hassverbrechen! Doch auf den zweiten Blick sieht die Sache ganz anders aus.

Panik am Lake Merrit: Schlingen schüren Rassismus-Verdacht

Als ein Einwohner die Polizei ruft und auf die fünf vermeintlichen Henkersknoten hinweist, steht ein böser Verdacht im Raum.

Rassisten hätten die Schlingen an Bäumen festgemacht, um auf Einschüchterungs-Taktiken des Ku Klux Klans anzuspielen. So jedenfalls der Befund von Stadtverwaltung und Polizei.

Bürgermeisterin meldet sich mit Tweet zu Wort

Der Fall scheint sofort klar zu sein und sogar Bürgermeisterin Libby Schaaf schaltet sich mit einem Tweet zur Lage ein: „Symbole der rassistischen Gewalt haben in Oakland nichts zu suchen und werden nicht toleriert.“

@LibbySchaaf – via Twitter

Sie ergänzt: „Wir sind alle dafür verantwortlich die Geschichte zu kennen, aber auch die heutige Realität von Lynchmorden, Hassverbrechen und rassistischer Gewalt.

Henkersknoten entpuppen sich als Kinderschaukeln

Doch die Realität ist nicht immer so einfach: Kurz nachdem das vermeintliche Hassverbrechen bekannt wird, häufen sich die Zweifel an der Sache. So antwortet ein Twitter-Nutzer auf die Stellungnahme der Bürgermeisterin:

@AbePursell – via Twitter

„Ist das der Baum von dem Sie sprechen? Menschen aus der Gemeinde haben die Seile dort angebracht, um Kindern während des Corona-Shutdowns Handschaukeln zur Verfügung zu stellen. Scheinbar hat jemand dann den Schaukelteil abgeschnitten.“

Schaukeln waren eigentlich als „ein cooles neues Extra“ gedacht

Schließlich meldet sich sogar ein Einwohner, der noch mehr weiß. Victor Sengbe, ein schwarzer Bürger Oaklands, erklärt, dass es Freunde von ihm waren, die die Schaukeln aufgehangen hätten.

Er wundert sich, dass überhaupt jemand Henkersknoten in ihnen sehen konnte: „Von Dutzenden und Hunderten und Tausenden von Leuten, die an der Schaukel vorbeigegangen waren, hat sich keiner was dabei gedacht. Manche nutzten sie zum Trainieren. Es war eigentlich ein cooles neues Extra für den Park, das wir schaffen wollten.“

Ende der Geschichte: Die Polizei entfernt die vermeintlich rassistischen Schaukeln und das FBI ermittelt. Wenigstens sind die Spielplätze in Oakland jetzt wieder geöffnet.