Ein US-Landkreis verabschiedet ein knallhart rassistisches Gesetz. Von der Reaktion der Bevölkerung sind die Behörden „schockiert und entsetzt“. Schon kurz darauf ist das Gesetz Geschichte.

Maskenpflicht nur für Weiße

In Oregons Lincoln County, einem Landkreis, der ein gutes Stück größer als das Saarland ist, wurde wegen der Covid-19-Pandemie eine Maskenpflicht eingeführt.

Die Besonderheit: Schwarze sollten von ihr befreit sein, wenn sie „erhöhte Bedenken wegen Racial Profilings und rassistischer Belästigung haben“.

»Ich fand, wir haben das achtsam ausgearbeitet.«

Der Pressesprecher des Landkreises, Casey Miller, verteidigte die Intention: „Ich fand, wir haben das achtsam ausgearbeitet. Das Hauptaugenmerk des Erlasses lag wirklich auf dem Gesundheitsaspekt.“

Der Sprecher der Gouverneurin von Oregon unterstützte die Entscheidung: „Diskriminierung und Rassismus gegenüber maskentragenden, farbigen Menschen, insbesondere schwarzen Männern, sind Themen von erheblicher Bedeutung und wir erkennen die Argumente des Landkreises an.“

»Wir haben das letzte Woche beschlossen und hörten nicht viel. Und urplötzlich…«

Etwa eine Woche nach Inkrafttreten des Erlasses wurden die Telefonleitungen der Landkreisregierung überlastet „von Leuten, die einfach jeden anschrien, der gerade ans Telefon ging.“, sagte Miller.

Die Anrufe waren so zahlreich, dass es nicht mehr möglich war, der Bevölkerung telefonisch Auskunft über Corona-Tests, medizinische Versorgung und Hilfe während der Quarantäne zu geben.

Außerdem riefen führende Mitglieder von Lincolns schwarzen Communities an, die den Landkreis darum baten, den Erlass abzuändern. Ihr Vorwurf: Der Erlass beschütze sie nicht, sondern mache sie zu „Zielen noch größeren Hasses“.

Der Landkreis rudert zurück

Die Behörden waren „schockiert und entsetzt vom Ausmaß der schrecklich rassistischen Kommentare, die wir bezüglich der Richtlinienbefreiung erhielten.“ Mit diesem Standpunkt blieben sie allerdings ziemlich alleine.

Die meisten Kritiker empfanden gerade den Erlass als zutiefst rassistisch, weil er Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe einseitig bevorzugt bzw. benachteiligt. Schließlich beugte sich die örtliche Regierung dem öffentlichen Druck und nahm den Erlass zurück.