Wenn es nach der UN geht, muss Sprache fortan „genderneutral“ sein. Auf Twitter hat sie hierzu eine Verbotsliste veröffentlicht. Die Reaktionen darauf: überwältigend negativ!

Durch Sprach-Reglementierung zu einer »gleicheren Welt«?

„Hilf uns dabei, eine gleichere Welt zu schaffen, indem du genderneutrale Sprache verwendest“, heißt es in dem Tweet der UN. Unter dem Hashtag „#GenerationEquality“ wird zur Selbstzensur aufgerufen, „wenn man sich über das Gender einer Person unsicher ist oder eine Gruppe anspricht.“

@UN – via Twitter

Den Auftakt machen zwölf alltägliche Wörter, die man laut UN jetzt nicht mehr benutzen soll. In einer dem Tweet angehängten Grafik sind die Begriffe demonstrativ durchgestrichen.

@UN – via Twitter

Statt „Freund“ bzw. „Freundin“ solle man fortan geschlechtsneutral von „Partner“ sprechen. Statt „Geschäftsmänner“ will die UN „Vertretende“ hören und ein „Verkäufer“ soll künftig „Verkaufsperson“ genannt werden.

Kritiker-Tweets haben mehr Likes als die UN-Liste

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Dass die Gender-Wörter-Liste völlig unironisch über „UN WOMEN“ verbreitet wurde, ist dabei nicht das einzige, worüber das Netz spottet:


@ZubyMusic – via Twitter

Auffällig: Während der originale Tweet der UN (12,5 Millionen Follower) gerade einmal 12.500 Likes bekam, erreichen gleich mehrere Antworten viel stärkeren Zuspruch.

@MarkDice – via Twitter
UN-Sprachregelung sorgt schnell für drastische Missverständnisse

Zahlreiche Kritiker warnen davor, dass die von der UN vorgeschlagenen Alternativen alles andere als eindeutig sind und schnell fatal falsch verstanden werden können.

@RorateCaeli – via Twitter

Ein Nutzer bemängelt, dass „Partner“ und „Freundin“ durchaus völlig verschiedene Dinge sein können. In einem dialogartigen Tweet wird simuliert, wie ein Missverständnis das nächste jagt.

@FOARP – via Twitter

Ernsthaft an der Kompetenz der jährlich mit 2,7 Milliarden Dollar ausgestatteten UN muss man zweifeln, wenn man den Alternativvorschlag liest, mit dem das Wort „Mädchenname“ ersetzt werden soll: „Familienname“. Selbsterklärend, dass das zwei völlig verschiedene Dinge sind.

UN ignoriert, dass Gender-Sprache nicht alltagstauglich ist

Die Organisation, welche die Welt einmal näher zusammenbringen wollte, sorgt jetzt selbst für Verständigungsprobleme.

Regelrecht gefährlich wird das Missverständnis, womit das Wort „Vermieter“ (engl.: „landlord“) ersetzt werden soll. Hierfür will die UN „Besitzer“ hören.

@snugunim – via Twitter

Ein Nutzer weist darauf hin, wie das in der Praxis aussehen würde, wenn er seinen schwarzen Kumpel fragt, „ob er schon einen neuen Besitzer gefunden hat.“

Kritik an UN wird lauter

Die meisten Kritiker haben nichts gegen die UN an sich oder gar gegen ihre ursprünglichen Ziele: Frieden und Verständigung. Vielmehr wird kritisiert, dass sich die UN seit einiger Zeit auf einem fundamental falschen Kurs befände.

@richardwjones – via Twitter

Gerade in einer Zeit, wo es unzählige große und kleine Krisen überall auf dem Planeten gibt, sei es unverantwortlich, den Fokus auf Gender-Sprache zu legen.