Biologen wissen: Nur Frauen haben eine Gebärmutter. Darum können auch nur Frauen Gebärmutterhalskrebs bekommen. Linke finden das diskriminierend.

Gebärmutterhalskrebs ist politisch!

Die britische Stiftung Jo’s Cervical Cancer Trust, deren Ziel eine flächendeckende Gebärmutterhalskrebsvorsorge ist, hat einen merkwürdigen Tweet abgesetzt. Darin geht es um die Frage „geschlechtlicher Identität und Gebärmutterhalsgesundheit“.

Die Stiftung gilt als Großbritanniens größte Gebärmutterkrebs-Institution.
@JoTrust – via Twitter

Die Stiftung wolle sicherstellen, dass „jeder mit einem Gebärmutterhals“ Zugang zu Informationen und Unterstützung für die Krebsvorsorge habe – „unabhängig von seiner geschlechtlichen Identität“. Also auch Männer?

Frauen = »Individuen mit einem Gebärmutterhals«

Auslöser für den Tweet der Stiftung war ein CNN-Artikel, der im Netz für Furore gesorgt hatte. Darin wurde über den an sich harmlosen Fakt berichtet, dass die American Cancer Society die Gebärmutterhalskrebsvorsorge neuerdings erst ab 25 Jahren empfiehlt, statt ab 21 Jahren. So weit, so gut.

Die Gebärmutter ist ein Organ von Frauen.
janulla – iStock

Aber statt von „Frauen“, schrieb CNN von „Individuen mit einem Gebärmutterhals“. Hintergedanke: Trans-Männer, also Frauen, die sich als Mann identifizieren, haben auch einen Gebärmutterhals. Würde man nun aber „Frauen“ sagen, könnten diese Personen sich ausgeschlossen fühlen.

Krebsvorsorge auch für Transgender

Das Screening auf Gebärmutterhalskrebs soll darüber hinaus auch Personen offenstehen, die als Männer geboren wurden, sich aber als Frau identifizieren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Krankheit bei Trans-Frauen frühzeitig festgestellt wird – obwohl sie die biologisch bedingt gar nicht bekommen können, da ihnen das entsprechende Organ fehlt.

Mikroskopaufnahme von Gebärmutterhalsgewebe.
Ed Uthman – via Flickr

Die genauen Ursachen für Gebärmutterhalskrebs sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Fakt ist allerdings, dass das spezielle Gewebe des weiblichen Organs eine Rolle spielt. Die Formung einer künstlichen Gebärmutter ist darüber hinaus auch nicht Teil von Umoperationen.

Linkes LGBTQ-Magazin sieht eine rechte Instrumentalisierung in der Behauptung, dass Gebärmutterhalskrebs eine Frauenkrankheit ist.
via PinkNews

Ungeachtet dessen feiern LGBTQ-Seiten wie Pink News die „inklusive Sprache“, mit der die „transphobe Lüge, dass nur Frauen Gebärmutterhalskrebs bekommen können“, widerlegt werde.

»Happy Individuals-With-A-Cervix-Month!«

Auf Twitter sorgte all das für reichlich Kritik und Spott: „Nennt mich verrückt, aber ich glaube, wir hatten mal ein Wort für Menschen mit Gebärmutter“, antwortet ein Nutzer auf die irre Wortschöpfung.

Viele Nutzer kommentierten die Posts ironisch.
@redsteeze – via Twitter

Ein Weiterer schreibt: „Das Wort ‚Frau‘ taucht kein einziges Mal in diesem Artikel auf. So empowernd! So progressiv!“

Und nicht nur ein Nutzer kritisiert, dass es wohl kaum etwas Frauenfeindlicheres gebe, als Frauen zu „Individuen mit einem Gebärmutterhals“ zu degradieren.