Die Debatte um politische Korrektheit und angeblich diskriminierenden Sprachgebrauch greift nach den Sternen…

Ist das Weltall rassistisch?

Wer dachte, die Mission der NASA sei es, den Weltall zu erkunden, wird nun eines Besseren belehrt. Tatsächlich ist die Ausmerzung von „systemischem Rassismus und Diskriminierung in allen Bereichen“ für die US-Raumfahrtbehörde mindestens genauso wichtig.

In einer Pressemitteilung kündigt die Abteilung für Diversität und Gleichstellung an, Spitznamen für kosmische Objekte und Systeme wie Planeten, Galaxien und Nebel fortan kritisch zu hinterfragen.

„Eskimo-Nebel“ wird NGC 2392

Es sei „deutlich geworden, dass kosmische Spitznamen nicht nur unsensibel sind, sondern auch aktiv Schaden anrichten können“, heißt es in der Mitteilung. Beispiel gefällig?

WikiImages – pixabay

Die langläufige Bezeichnung „Eskimo-Nebel“ werde nicht länger verwendet. Der Begriff „Eskimo“ werde „weithin als ein kolonialer Begriff mit einer rassistischen Geschichte angesehen, der den Ureinwohnern der arktischen Regionen aufgezwungen wird“. Auch der Spitzname „Siamesische Zwillingsgalaxie“ für zwei Spiralgalaxien im Virgo-Galaxienhaufen erscheint der NASA nicht mehr korrekt.

Anstelle der Kosenamen werde fortan nur noch die offizielle Bezeichnung verwendet. Macht so ja auch mehr Spaß im Büro: „Wenn Sie mit der Auswertung von NGC 2392 fertig sind, werfen Sie bitte einen Blick auf NGC 4567 und NGC 4568.“

Hauptquartier nach Schwarzer umbenannt

Thomas Zurbuchen von der Abteilung Science Mission findet die Begriffsstreichungen super: „Unser Ziel ist es, dass alle Namen an unsere Werte der Vielfalt und Inklusion angepasst sind. Und wir werden proaktiv mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft daran arbeiten, dies zu erreichen.“ Das ist nicht die einzige Art, auf welche die 1958 gegründete NASA Tugend signalisiert.

Bereits im Juni, mitten in der Black Lives Matter-Welle, hatte die Raumfahrtbehörde angekündigt, das bislang als Two Independent Square bekannte Hauptquartier in Washington, D.C. nach der ersten afroamerikanischen NASA-Ingenieurin, Mary W. Jackson, umzubenennen.

Nasa HQ Building – via Wikimedia Commons – Public Domain

Neben viel Zuspruch von Linken, kommentiert ein Nutzer auf Twitter: „Toll, wie ihr euch der Masse anbiedert. Die BLM-Bewegung ist auf dem Höhepunkt, also verpasst NASA einem Gebäude einen neuen Namen. Das hättet ihr vor Jahrzehnten tun sollen.“

Ein Problem hat die NASA noch…

Auch die Begriffssäuberungen ernten viel Spott im Netz. Während die einen darauf hinweisen, dass Elon Musks Space X-Programm erfolgreich sei, weil es auf „wirkliche Arbeit und Innovation“ setze, macht ein anderer deutlich:


„Die woke Menge wird deswegen nicht zufrieden sein. Die werden sich auch weiterhin wegen allem und jedem aufregen. Kosmische Objekte umzubenennen wird überhaupt nichts ändern. Es lässt euch einfach nur schwach aussehen.“

Zumal die NASA ein Riesenproblem hat, das sie nicht so einfach mit einer Begriffsänderung beseitigen kann: Das ganze unendliche Weltall ist schwarz.