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Während ständig die Rücksicht auf Kranke bemüht wird, sind Kranke und Behinderte jeden Tag Anfeindungen ausgesetzt.

Lungenkranker hat Angst vor Übergriffen

Weil er „weniger Sauerstoff als gesunde Leute“ bekommt, wurde Vincent Crahay aus Soest durch seinen Arzt von der Maskenpflicht befreit. „Durch das Tragen der Maske würde ich noch schlechter Luft bekommen“, erklärte er dem Soester Anzeiger. Er könne dann kollabieren. Auf Menschen wie ihn Rücksicht zu nehmen, ist wichtig.

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Es gibt viele Schicksale wie dieses. Nur wenige erreicht Unterstützung wie diese Einkaufshilfe.
#Urban-Photographer – iStock

Dennoch müsse er nun mit Anfeindungen kämpfen. Wenn er ohne Maske unterwegs ist, werde er ständig von anderen Kunden angepöbelt. Das Personal der meisten Geschäfte kenne ihn und nehme deshalb Rücksicht. „Doch was ich an Anfeindungen erlebt habe, macht mir Angst, dass irgendjemand mir gegenüber mal handgreiflich wird.“

Ein Geschäft, in dem er seit 45 Jahren Stammkunde ist, will ihn nicht mehr hineinlassen. Das Angebot, ihm seine Waren nach draußen zu bringen, schlug er aus: Er fühle sich „total unerwünscht und komme mir vor wie ein Hund, der draußen bleiben muss.“

Gesellschaft nimmt keine Rücksicht auf Behinderte

„Ich weiß einfach keine Lösung und keine Alternative“, sagte Crahay dem Soester Anzeiger. Inzwischen traue sich nicht mal seine Lebensgefährtin, mit ihm einzukaufen und den „Spießrutenlauf“ mitzumachen. Sein Fall ist einer von vielen.

In allen Läden gilt aktuell Maskenpflicht.
JesusFernandez32 – iStock

FlinkFeed berichtete bereits über einen Blinden, der aus IKEA rausgeschmissen wurde mit dem Hinweis, er solle doch online Möbel kaufen. Viele Schultransporte nehmen maskenbefreite Kinder nicht mit. Die Lebenshilfe NRW nähte sogar Armbinden für Behinderte, um sie gegen Angriffe zu schützen.