Achille Demagbo (40) ist erfolgreicher Dolmetscher, Einwanderer und AfD-Politiker. Im Jahr 2003 kam er aus Benin (Afrika) nach Deutschland und trat 2013 in die AfD ein – noch bevor er 2015 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt.

FlinkFeed hat mit ihm über Themen gesprochen, zu denen es in den Augen vieler Leitmedien für Migranten angeblich nur eine Meinung gibt.

»Die Frage ‚Woher kommst du?‘ ist gar nicht rassistisch.«

FlinkFeed: Herr Demagbo, ist es rassistisch, wenn wir Sie nach Ihrer Herkunft fragen?

Demagbo: Die Frage „Woher kommst du?“ ist gar nicht rassistisch. Ganz im Gegenteil ist diese Frage zuallererst ein Zeichen für Neugier und Interesse, sogar oft für Sympathie. Diese Frage ist menschlich.

Ich kann nicht zählen, wie oft mir diese Frage in Afrika gestellt wurde. Eigentlich kannte ich diese Frage aus Afrika, weil Afrika kulturell sehr vielfältig ist.

Diese Frage höre ich hier in Deutschland nicht nur von den Deutschen, sogar noch viel öfter in migrantischen Communitys und das gehört immer zu den ersten Fragen, die man sich in Gesprächen stellt.

»Nein, Deutschland ist kein strukturell rassistisches Land.«

FlinkFeed: Ist Deutschland ein strukturell rassistisches Land?

Demagbo: Nein, Deutschland ist kein strukturell rassistisches Land. Ich bin hier noch nie Rassismus begegnet. Ganz im Gegenteil verurteile ich diese zunehmende falsche Toleranz, die zu diversen gesellschaftlichen Problemen bzw. zu System-Missbräuchen durch uns Ausländer führt.

FlinkFeed: SPD-Chefin Saskia Esken behauptet, es gäbe einen latenten Rassismus in der deutschen Polizei. Wie bewerten Sie das?

Demagbo: Frau Esken soll uns den angeblichen latenten Rassismus in der deutschen Polizei faktisch benennen.  Mir ist sowas nicht bekannt.

»Diese Bewegung ist hier in Deutschland fehl am Platz.«

FlinkFeed: Wie bewerten Sie die Demonstrationen der „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA und jetzt auch in Deutschland?

Demagbo: Die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA ist für mich nichts anderes als eine traurige politische Manipulation gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.

Achille Demagbo auf der Europawahlversammlung der AfD 2019.

AfD

Diese Bewegung ist hier in Deutschland fehl am Platz. Was stattdessen in Deutschland notwendig und für mich rechtlich relevant ist, wäre, gegen die zunehmende politische Diskriminierung und Ausgrenzung einer demokratisch legitimierten Volkspartei zu protestieren. Ich meine hier meine Partei, die AfD.

Selbstverständlich verurteile ich die Todesumstände des Amerikaners Georg Floyd, das ist für mich aber ein rechtlich-gerichtlicher Sachverhalt und sollte auch gerichtlich geklärt werden und nicht politisch.

»Rassismus ist keine Einbahnstraße.«

FlinkFeed: Viele sagen, dass es keinen Rassismus gegen Deutsche gibt. Wie sehen Sie das?

Demagbo: Rassismus ist keine Einbahnstraße. Ende Juli 2019 hat ein Eritreer eine deutsche Frau und ihren Sohn auf die Bahngleise gestoßen. Während die Frau überlebte, wurde das achtjährige Kind leider überrollt und starb. Diese Tat lässt sich als rassistisch motiviert bezeichnen.

Ich möchte in diesem selben Kontext auf die besorgniserregende rassistische Entwicklung in Südafrika verweisen:

In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten sind bereits über 70.000 weiße Südafrikaner durch die verbrecherische Linksradikale EFF [„Economic Freedom Fighters“; Anm. FF] mit der Komplizenschaft das ANC [African National Congress; Anm. FF] umgebracht worden.

Hundertausende sind mittlerweile aus ihrer lange angestammten Heimat geflohen. Das findet beinahe unbemerkt von der deutschen und europäischen Öffentlichkeit statt.

»Ich habe diese Art der Stigmatisierung satt…«

FlinkFeed: Sie engagieren sich als Schwarzer in der AfD. Was sagen Sie denen, die das für einen Widerspruch halten?

Demagbo: Ich bin quasi ein Gründungsmitglied der AfD, denn ich habe den Landesverband Schleswig-Holstein mitbegründet. Die Leute, die mein Engagement in der AfD für einen Widerspruch halten, sollten zuerst einmal versuchen, die Programmatik der AfD zu sichten. Ich habe diese Art von Stigmatisierung satt, die einfach die zunehmende Verblödung der deutschen Gesellschaft darstellt.