Die Presseagentur AP hat beschlossen, die Rechtschreibregeln außer Kraft zu setzen, um Schwarze gegenüber Weißen zu bevorzugen. Spöttische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Wer ist die AP?

Associated Press ist eine New Yorker Nachrichtenagentur. Sie wurde 1848 gegründet und hat sich seitdem stets vergrößert.

Sie war nicht bloß die erste Nachrichtenagentur, die (schon 1980!) ihre Kunden über das Internet mit Inhalten versorgte. Sie ist heute auch die größte Nachrichtenagentur der Welt.

»Weißen fehlt gemeinsame Geschichte und Kultur«

Die Agentur möchte jetzt „black“, obwohl es sich um ein Adjektiv handelt, in Zukunft groß schreiben, wenn das Wort in einem „Kontext von Rasse und Kultur“ genannt wird.

Das hatte die Agentur bereits im Juni 2020 bekannt gegeben und folgte damit einem Trend unter Linksradikalen. Im Juli wurde dann noch einmal nachgelegt:

via AP

AP stellte klar, man werde „white“ weiterhin klein schreiben. „Weiße Menschen im Allgemeinen haben weit weniger gemeinsame Geschichte und Kultur“, begründet ein Firmensprecher den Schritt.

Außerdem hätten Weiße „nicht die Erfahrung gemacht, aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert zu werden“, heißt es weiter.

Eine »heikle« Entscheidung

Die „heikle“ Entscheidung, Weiße von der Regel auszuschließen, sei von der National Association of Black Journalists und „einigen schwarzen Wissenschaftlern“ kritisiert worden, räumte die Nachrichtenagentur ein. Sogar das Argument, die Regelung der AP sei besonders rassistisch gegen Schwarze, war zu hören.

ZUMA Wire – imago images

So behauptete die Soziologin Eve Ewing, Weißsein bleibe dadurch „unsichtbar und diese Unsichtbarkeit sorgt, wie bei allen Machtstrukturen, entscheidend mit dafür, um diese Macht zu erhalten.“

Oder anders ausgedrückt: Kritiker meinen, dass die AP „white“ nicht auch groß schreibt, suggeriere „Unvermeidbarkeit und Unschuld“ des Weißseins.

Ideologischer Grabenkrieg statt Neutralität

Einige Medien, wie das Wall Street Journal, die New York Times oder USA Today, übernehmen die Regelung. Andere, wie CNN und Fox News, gaben bekannt, dass sie auch „white“ groß schreiben wollen.

Während sich CBS News Letzterem grundsätzlich anschloss, will man dort „white“ trotzdem klein schreiben, sofern es sich um „white supremacists, white nationalists oder white privilege“ handelt. In jedem Fall hat niemand dazu eine neutrale Haltung oder plädiert einfach dafür, die Rechtschreibregeln einzuhalten.

»Was für ein Witz.«

Auf Twitter bleibt das Ganze nicht ohne Echo. Ein Nutzer macht sich einen Spaß daraus, den Namen des weißen Vizepräsidenten der AP, John Daniszewski, demonstrativ klein zu schreiben.

Viele Nutzer weisen darauf hin, dass man nicht historisches Unrecht durch heutiges Unrecht ausgleichen kann und lehnen die Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen ab.

Ein Nutzer schreibt: „Das wirkt rassistisch!“, und gibt die Antwort direkt selbst: „Weil es das ist.“