„Aktuelle Entwicklungen weisen darauf hin, dass 25 % der in den 1990ern geborenen Frauen niemals Kinder haben werden“, sagen der Wirtschaftswissenschaftler Lyman Stone und der Soziologie-Professor W. Bradford Wilcox vom American Enterprise Institute for Public Policy Research.

»Leere Wiegen bedeuten eine trostlose Zukunft«

Unter diesem Titel veröffentlichten Stone und Wilcox im US-Nachrichtenmagazin Newsweek die Ergebnisse ihrer Studie: Während die europäischen Geburtenraten seit Jahrzehnten sinken, blieb die US-amerikanische mit rund 2,0 stabil. Das ist in etwa die nötige Geburtenrate, um die Bevölkerungszahl auf aktuellem Niveau zu halten.

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Die 2007 beginnende Große Rezession ließ die amerikanischen Geburtenraten einbrechen. Obwohl sich die Wirtschaft inzwischen erholt hat, stieg sie aber nicht wieder an und fällt bald auf 1,7: „Unsere Geburtenrate war noch nie so niedrig in Amerika“, so die Forscher.

Innerhalb von 20 Jahren seien etwa 16 Millionen Kinder weniger zu erwarten. Japan hat dieselbe Entwicklung schon 20 Jahre früher gemacht. Das Ergebnis: 25 % aller japanischen Frauen, die in den 1970er-Jahren geboren wurden, bleiben kinderlos.

Kinderlosigkeit ist meist keine Entscheidung

Der Grund ist aber nachweislich nicht, dass sich weniger Frauen Kinder wünschen. In Wirklichkeit möchten über 95 % aller amerikanischen Frauen Mutter werden.

Und die Zahl steigt, wie das Demographen-Kollektiv Demographic Intelligence herausgefunden hat. Kein Wunder: Leibliche oder adoptive Kinder zu haben, macht Menschen nachweislich glücklicher!

»Viele Frauen im gebärfähigen Alter sind besorgt«

Es habe vor allem wirtschaftliche Gründe, dass die Geburtenrate so stark eingebrochen ist. Im April 2020 ergab eine Studie, dass sich viele Frauen „Sorgen machen über die Kosten eines Kindes, den enormen Zeitaufwand und den Zustand der Wirtschaft“.

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In amerikanischen Ehen ist die Geburtenrate stabil geblieben. Ethnische Minderheiten und mittellose Weiße heiraten aber immer seltener, wodurch die wirtschaftliche und soziale Unsicherheit noch verstärkt wird.

„Dadurch wird das Familienleben, verstanden als zwei tüchtige Eltern, die mit ihren Kindern zusammenleben, zunehmend ein Luxus der oberen Mittelklasse“, schreiben Stone und Wilcox.

Fatale Folgen für die Gesellschaft

Es ist nicht schwer, sich die Folgen für den Staat auszumalen: Geringere Wirtschaftskraft, weniger Steuerzahler, weniger Fachkräfte und so weiter. Stone und Wilcox aber sagen, dass es „ein wenig pervers“ ist, diese Probleme in den Mittelpunkt zu rücken.

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„Die eigentliche Tragödie“ liege nicht in den Schwierigkeiten, die sich für den staatlichen Haushalt ergeben, sondern darin, „was das für Millionen von Männer – und besonders Frauen – bedeutet, die nicht die Kinder bekommen werden, die sie sich gewünscht hatten.“

Außerdem werde eine steigende Anzahl von Amerikanern „im Grunde alleine altern und sterben“. Des Weiteren warnen die Forscher vor einem „geschwächten Zusammenhalt der Generationen“.

Europa ist noch schlimmer dran

Laut Statistischem Bundesamt sinkt die Geburtenrate in Deutschland. 2019 lag sie bei gerade mal 1,54! Während US-Forscher schon bei 1,7 vor enormen Zukunftsproblemen warnen, ist die Lage bei uns noch dramatischer. Naiver Lösungsvorschlag der Regierung: Flüchtlinge.

Stone und Wilcox empfehlen dagegen etwas völlig anderes. Sie raten dringend, Familien zu unterstützen und den Menschen die Umsetzung ihres Kinderwunsches zu ermöglichen.