Spiegel-Reporter Markus Feldenkirchen hat sich Sawsan Chebli zum Skype-Interview eingeladen. „Wie groß ist Deutschlands Rassismus-Problem?“, will er von ihr wissen. Die Berliner SPD-Staatssekretärin ist da voll in ihrem Element und blamiert sich mal wieder vollständig.

Deutschland ist sehr rassistisch. Beweise? Lieber nicht.

Endlich: „Zum ersten Mal wird bewusst in Deutschland über Rassismus diskutiert“, meint Chebli [02:08]. Für sie ist klar: „wir haben ein Rassismusproblem“ [03:10]. Ob sie dafür Beispiele bringen kann? Ne, lieber nicht, denn „eigentlich ist es nicht gut, wenn man die Beispiele bringt, ehrlich gesagt.“ [05:20]

Dem Zuschauer wird Chebli vorgestellt als die Frau, die „all die Pegida-Männchen und noch viel rechtere Zeitgenossen so zuverlässig auf die Plastik-Palme ihrer Kleingartenanlage bringt, wie kaum eine Zweite.“ [00:58] Diese Zuschreibung scheint ihr gut zu gefallen. Wenn sich die „Auf-die-Palme-gebrachten“ dann beschweren, hagelt es gerne mal Anzeigen.

Und Chebli so: Scheiß egal, Anzeige ist raus!

Chebli ist bekannt dafür, dass sie dauernd Strafanzeigen stellt. Ein Beispiel für einen solchen Fall betrifft den Youtuber Timm Kellner. Der hatte Chebli als „islamische Sprechpuppe“ bezeichnet. Und dürfe das auch. Das Gerichtsurteil von Ende Februar 2020 gab Kellner Recht.

Chebli zeigt sich im Interview fassungslos. Das sei „ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat“ [08:32]. Beirren lassen will sie sich nicht: „Ich stell‘ trotzdem Anzeigen, scheiß egal ob ich 95 Prozent irgendwie verliere oder nicht.“ [09:48]

Rassismus-Training für alle!

Damit in Zukunft mehr Urteile in ihrem Sinne fallen, hat Chebli einen Plan. Sie will Staatsanwälte „sensibilisieren dafür, was Rassismus ist“. [10:07] Durch „Fortbildungsprogramme und so weiter“. [10:14]

Sie meint: „das kann einfach nicht so weiter gehen, dass man Juristen nicht up-to-date hat, was die ganze Hasskriminalität angeht.“ [10:18]

Wirrer „Beleg“ für Polizei-Rassismus

Rassismus bei der Polizei gebe es selbstverständlich, denn „sonst gäbe es ja nicht die ganzen Maßnahmen“, wo man durch „Weiterbildung“ und „Polizeibeauftragte zur Erkennung von rassistischen Denkmustern“ [20:56] versuche, dem Problem Herr zu werden.

Ob diese Maßnahmen nun Rassismus unterstellen oder wirklich belegen, ist eine andere Sache…

Stefan Zeitz – Imago Images

„Racial Profiling“ sei für Migranten jedenfalls an der Tagesordnung. Auch Chebli selbst mache „ständig“ die Erfahrung, dass Polizisten sie wahllos kontrollieren – wegen ihrer Hautfarbe. „Dieses gerade mit dem Auto unterwegs sein und auf einmal rausgezogen zu werden und dann sagst du: warum ich jetzt?“ [22:04].

Chebli: Fakten über Migrantengewalt sind Hetze!

Auch Chebli will nicht leugnen, dass es in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Gewalt auf deutschen Straßen gekommen ist. Stuttgart ist nur der letzte Beleg dafür. Da sei etwas passiert, was „nicht gut ist“ und auch „wahnsinnig gefährlich ist für den Zusammenhalt in der Gesellschaft“ [29:50].

Für Chebli sind die Reaktionen darüber aber schlimmer als die Taten selbst. Denn die sind „für die Hetzer und für die rechte Community“ natürlich „das gefundenes Fraß, um weiter zu hetzen.“ [29:55]

Hetze gegen Polizei ist Kunst!

Die Taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah, die Polizisten auf die „Mülldeponie“ wünscht, sollte nach Chebli „unsere volle Solidarität“ haben. Sie meint:

„Ok, jetzt hat sie da so ne Kolumne geschrieben, die ich geschmacklos finde, und deswegen ist das qualitativ das Gleiche, was wir auf der rechten Seite erleben? Nein ist es nicht.“ [32:50]

Stefan Zeitz – Imago Images

Warum man das nicht vergleichen sollte? „Weil das, was die anderen machen, ist rote Linien zu überschreiten, um am Ende zum Beispiel mir meine Zugehörigkeit zu nehmen, also mich zu entmenschlichen, um dann am Ende ein anderes System aufzubauen.“ Aha.

Chebli meint: „Das, was die gemacht hat, ist Kunst. Das ist nochmal was ganz anderes.“ [33:20]

Und Chebli bleibt dabei: Ihr seid alle Rassisten!

Was man kaum glauben kann: Immer wieder hätten ihr Leute geraten, nicht andauernd über Rassismus zu reden. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele mir das sagen, die mich ‚beraten‘, die es gut meinen. Die sagen dann: Du brauchst ein anderes Profil.“


Weiter sagen die ihr: „Und außerdem nervst du die Leute permanent, wenn du permanent in die Wunde und du sagst, ja ihr seid alle blöd, ihr seid Rassisten. Und keiner will hören, dass er doof ist, ja.“ [39:00]