Es sah aus wie der neueste Internet-Hype: Unter dem Hashtag #goBaldforBLM wurde in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, sich eine Glatze zu rasieren, um Solidarität mit den „Black Lives Matter“-Protesten auszudrücken.

Später kam raus: Die ganze Aktion war ein riesiger Streich von Trollen, um zu zeigen, wie leicht manipulierbar viele sind.

Alles begann mit dieser fixen Idee

Auf dem Imageboard 4chan hatte ein Nutzer den Gedanken, dass es doch witzig wäre, wenn man Leute dazu kriegen könnte, sich vor lauter Zivilcourage freiwillig die Haare abzuschneiden.

Mit diesem Post wurde die Idee auf 4chan ins Leben gerufen.

Hierfür rief er die Community des Forums dazu auf, den Hashtag #GoBaldforBLM (dt.: „werde kahl für Black Lives Matter“) auf Twitter und Instagram viral zu machen.

Insbesondere weiße Frauen sollten glauben, dass es der letzte Schrei wäre, vor lauter Schuld und Privilegien ihre „heterosexuellen weißen Haare“ abzurasieren.

Prank war Reaktion auf Hysterie und Doppelmoral

Nach der Ermordung des schwarze US-Amerikaners George Floyd kam es zu massiven Protesten. Die zunächst friedlichen Demonstrationen wurden allerdings schnell von Linksextremisten gekapert und durch Gewalt und Plünderungen überschattet.

Auch der offizielle Account von Twitter hat bei dem „black pic“-Hype mitgemacht.

In den sozialen Medien kam es parallel zu verschiedensten Aktionen, um gratis-mutig zu bekennen, dass man auf der Seite von Demonstranten und Mainstreammedien steht. Gerade unter Weißen wurde es eine regelrechte Challenge, wer der beste Antirassist sei und sich am am stärksten für Minderheiten einsetzt.

So gingen die Trolle vor

Durch koordiniertes Posten von Beiträgen mit „#goBaldforBLM“ wurde der Hashtag schnell vielen Nutzern auf Twitter und Instagram bekannt. Befeuert wurde die Verbreitung durch die gleichzeitige Markierung der Posts mit trendenden Hashtags rund um die Demonstrationen.

@PromNig74191126 – via Twitter

Um das Bild einer echten viralen Initiative perfekt zu machen, posteten die Trolle von mehreren Fake-Profilen aus zahlreiche vermeintliche Vorher-Nachher-Fotos. Hierfür benutzten sie einfach Google-Bilder von Frauen, die sich stolz den Kopf rasierten.

@schmeatomcgeeto – via Twitter

Um es auf die Spitze zu treiben, schrieben sie inspirierende Kommentare dazu wie diesen: „Leute, ich hab’s getan!!! Danke für den Support!!! Mein Mann und mein Freund unterstützen mich beide!!! Ich widme es People of Color!!! #goBaldfofBLM“

Es war nicht der erste Streich auf den Linke reingefallen sind

Immer wieder schaffen es Trolle, Linke reinzulegen. So überzeugten sie Feministinnen unter dem Hashtag #freebleeding, dass Hygieneprodukte wie Tampons eine Form patriarchalischer Unterdrückung seien und man stattdessen besser seine Hose vollbluten sollte.

Mit diesem Bild betreibt die Anti-Defamation League noch heute „Aufklärung“.
via Anti-Defamation League

In den meisten Fällen löschen die Reingelegten ihre Posts kurz nach Bekanntwerden des Pranks. In anderen Fällen aber hilft es auch nicht, dass die Trolle ihren Streich auflösen, weil Linke einfach zu gerne daran glauben möchten.

Bestes Beispiel: 2017 verbreiteten Trolle den Mythos, dass das Ok-Handzeichen eine geheime Nazi-Geste wäre. Linke glauben das bis heute und „klären darüber auf“.