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Manchmal ist politisch korrekt immer noch nicht politisch korrekt genug: Der Einzelhandelsriese Edeka kriegt gerade eine geballte Ladung Multi-Kulti-Karma für seinen neuen Werbespot ab.

»Lasst uns froh und bunter sein«: Werbe-Offensive für kulturelle Vielfalt geht nach hinten los

„Lasst uns einfach einen Werbespot mit Vielfalt und Multi-Kulti machen – das kommt immer an!“, müssen sich die Verantwortlichen des 30-Sekündigen Werbe-Clips von der Agentur Jung von Matt gedacht haben. Doch falsch gedacht: Obwohl sie vermutlich versucht haben, den Werbespot so politisch korrekt wie möglich zu halten, ernten sie jetzt Kritik dafür – und zwar von allen Seiten.

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In dem Video fragt ein Edeka-Verkäufer mit italienischem Akzent an der Fleischtheke eine Familie, was es denn dieses Weihnachten sein dürfte. Daraufhin erklärt die Mutter der Familie Müller, dass es letztes Jahr japanisches Essen gegeben hätte – in einer Einblende sieht man wie die Tochter der Familie ihren japanischen Freund herzt.

Der Vater ergänzt: „Und das Jahr davor marokkanisch“ – auch hier wird wieder die Tochter eingeblendet, nur dass ihr Liebhaber dieses Mal ein orientalisch wirkender Mann ist. Dann schlägt der Fleischverkäufer ein italienisches Gericht vor. Verliebt schaut die Tochter ihn an und sagt schmachtend: „Italienisch. Lecker!“

Buntheit in buntem Edeka-Weihnachtsspot ist Linken nicht bunt genug

Was daran rassistisch und sexistisch sein soll, erklärt eine linke Petition auf Change.org gegen den Spot: „Das Weihnachtsfest der weißen und christlich-deutsch dargestellten Familie Müller soll dieses Jahr besonders ‚froh und bunt‘ sein?!“

Screenshot Change.org

Bunte Weihnachten wären aber nicht nur dieses Jahr angesagt, sondern schon seit Jahrzehnten Realität in Deutschland. Es solle der Anspruch an die Gesellschaft herrschen, diese bunte Realität zu akzeptieren.

Weiter heißt es im Text der Petition, dass Kulturen keine Konsumgüter für weiße Menschen seien. Darstellungen von Japanern, die Sushi essen und Marokkanern, die Falafel essen, schürten lediglich Vorurteile und seien „rassistisch und exotisierend“.

Entmenschlichung und Sexualisierung

Durch die Gleichstellung mit dem Essen würde man die nicht-deutschen Freunde der Tochter entmenschlichen und darüber hinaus auf Sexualobjekte reduzieren.

Doch nicht nur Linken war der Spot übel aufgestoßen – das zeigen Kommentare unter dem YouTube-Video: So ist der Clip für einen Nutzer „mehr ein linksradikaler Werbespot als eine Werbung für eine Supermarktkette“.

Besonders oft liest man in diesem Kontext einen ausgedachten Dialog zwischen Edeka und der Werbeagentur, die den Spot produzierte: „Sehr schön, aber wie hilft uns das, Lebensmittel zu verkaufen?“ „Lebensmittel?!“