Während der „Black Lives Matter“-Krawalle haben Randalierer ein Monument in Boston geschändet. Angeblich, um gegen Rassismus zu protestieren.

Was sie scheinbar nicht wussten: Es war das Denkmal eines nur aus Schwarzen bestehenden Regiments im amerikanischen Bürgerkrieg – dem zweiten überhaupt.

Afroamerikaner kämpften auf Seite der Union gegen die Sklaverei

Benannt wurde das Shaw Memorial nach Robert Gould Shaw, dem Offizier des 54sten Freiwilligenregiment im amerikanischen Bürgerkrieg. Bei dessen Geschichte denkt man nicht gerade an Rassismus. Im Gegenteil.

Schwarze Soldaten kämpften im US-Bürgerkrieg auf Seite der Nordstaaten.
Gemeinfrei

Das Regiment entstand unmittelbar nach der Emanzipationsproklamation von Abraham Lincoln im Jahr 1863. Das war die Erklärung, mit der das Ende der Sklaverei in den US-Nordstaaten verkündet wurde.

Die Einheit rekrutierte sich ausschließlich aus Schwarzen und kämpfte bei einigen der härtesten Schlachten des Bürgerkriegs an vorderster Front.

Geht es vielleicht doch nur um Krawall?

Immer wieder zeigte sich in den letzten Wochen, dass die Übergänge zwischen Zivilcourage, Plündern und blanker Zerstörungswut fließend sind.

Dass jetzt ausgerechnet das Shaw Memorial während der „Black Lives Matter“-Demonstrationen mit Graffiti überzogen wurde, hat aber einen besonderen Symbolcharakter.

Detailaufnahme eines Reliefs auf dem Denkmal.
Pierdelune – iStock

Mit Sprüchen wie „ACAB“ (All Cops are Bastards) ein Monument zu Ehren von Schwarzen zu besprühen, kann in diesem Zusammenhang nur zwei Gründe haben:

Entweder beweist es, dass die Randalierer von Geschichte keine Ahnung haben oder dass Antirassismus für einige von ihnen doch nur ein Deckmantel ist, unter dem sie schmieren und zündeln können.