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Ob man bei Wahlen eine oder mehrere Stimmen hat, kann durchaus variieren, doch eines ist gleich: Die einzelnen Wählerstimmen haben alle gleich viel Gewicht. Das würde Brandon Hasbrouck – Assistenzprofessor an der Washington and Lee Universität – gerne ändern.

Assistenzprofessor will die Verfassung ändern

Brandon Hasbrouck ist Assistenzprofessor an der Washington and Lee Universität – sein Fachgebiet ist das Recht. Doch anstatt geltendes Recht zu lehren, macht der Professor vor allem mit Forderungen nach radikalen Reformen auf sich aufmerksam.

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W & L Law Faculty

So fordert er unter anderem in verschiedenen Artikel, die US-Verfassung zu ändern, das Oberste Gericht neu zu besetzen oder die Polizei abzuschaffen. Sein Ausgangspunkt ist hierbei immer gleich: Die aktuellen Formen und Institutionen seien zutiefst rassistisch und würden in einer geraden Linie aus der Sklaverei entstammen.

Stimmen von Schwarzen sollen doppelt zählen – Grund: der lediglich knappe Wahlsieg von Joe Biden

Die neueste Forderung von Brandon Hasbrouck: Die Stimmen von schwarzen Wählern sollten im Gegensatz zu Stimmen von weißen Amerikanern doppelt gezählt werden. Begründung: Der knappe Wahlsieg von Joe Biden habe gezeigt, dass das Wahlsystem in Amerika rassistisch sei. Die Folge wäre eine Einschränkung des Wahlrechts der weißen amerikanischen Bevölkerung.

Die Unterzeichung der Verfassung der Vereinigten Staaten – Gemälde von Howard Chandler Christy

Als Argument führt Hasbrouck an, dass trotz der vielen Stimmen schwarzer Amerikaner für Joe Biden die Ergebnisse in Georgia, Michigan und Wisconsin „erschreckend knapp“ waren.

Dass Donald Trump in dieser Wahl mehr Stimmen von Schwarzen erhielt als zuvor, scheint der Assistenzprofessor ebenso zu ignorieren, wie die Tatsache, dass der 15. Zusatzartikel der US-Verfassung, der 1870 erstmals das Wahlrecht von Schwarzen verbriefte, eine Einschränkung der Stimmgewichtung aufgrund der Hautfarbe verbietet.