Das „Unwort des Jahres“ wurde 1991 vom Frankfurter Linguisten Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen und bis 1994 unter dem Dach der Gesellschaft für deutsche Sprache gewählt. Weil die Wahl zunehmend als unwissenschaftlich angesehen wurde, musste sich Schlosser abspalten und die „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ gründen.

Ziel sei es, „den sprachkritischen Blick auf Wörter und Formulierungen in allen Feldern der öffentlichen Kommunikation“ zu lenken, „die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen“. „Die Jury besteht aus vier SprachwissenschaftlerInnen und einem Journalisten, die Sprachkritik auch außerhalb der Universität für relevant halten“, heißt es.

Die sanften Denk- und Sprachverbote der links-dominierten Universitäten sollen also auf die Gesamtgesellschaft ausgeweitet werden. Dass diese jährliche Wahl politisch motiviert ist, erkennt man sofort, wenn man sich einfach mal die letzten 10 „Unworte des Jahres“ anschaut.

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„Corona-Diktatur“ verharmlose Diktaturen, verhöhne deren Opfer und werde von „rechtsextremen Propagandisten gebraucht, um regierungspolitische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu diskreditieren.“ Wie kann man nur!

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2020 war das erste Jahr, in dem zwei „Unworte des Jahres“ gewählt wurden. Damit sollte ausgedrückt werden, dass Corona nicht das einzig wichtige Thema dieses Jahres war.

„Rückführungspatenschaften“ bezeichnet die Verpflichtung der EU-Staaten, welche keine Asylbewerber aufnehmen wollen, sich um die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu kümmern. Das sei „zynisch und beschönigend“.

3

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Der Begriff sei „irreführend und stützt in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen“. Des Weiteren pathologisiere er „pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose“. Er diffamiere außerdem „Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung.“

4

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„Der Ausdruck unterstellt denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen und Abschiebungen auf dem Rechtsweg prüfen, die Absicht, auch kriminell gewordene Flüchtlinge zu schützen und damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen.“ Schockierender Vorwurf!

5

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Dies sei „der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen“.

In Wirklichkeit war der Begriff eine Reaktion darauf, dass die Mainstream-Medien ein Monopol auf „echte Fakten“ beanspruchen. Denn dadurch wird tatsächlich der Faktenbegriff aufgeweicht.

6

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Politiker als „Volksverräter“ zu bezeichnen sei „undifferenziert und diffamierend“, erklärte die Unwort-Sprecherin Nina Janich. Der Begriff würge „das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft“ ab. Unserer Meinung nach sind Sprachverbote ein größeres Hindernis für notwendige Diskussionen.

7

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„Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘, ‚Gutbürger‘ oder ‚Gutmenschentum‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.“, verkündete die Jury 2015. Wir überlassen es unseren Lesern, zu beurteilen, ob der Begriff zutreffend ist.

8

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„Lügenpresse“ sei ein Naziwort. Was die Jury freilich nicht zugab: Der Begriff kam schon Mitte des 19. Jahrhunderts bei Katholiken auf. Er wurde außerdem von der linken Arbeiterbewegung und von den Nazis in Bezug auf liberale Presse als auch von der liberalen Presse in Bezug auf die Nazis genutzt.

Nach dem Krieg nutzte die Frankfurter Rundschau das Wort gegen die nationalkonservative Hugenberg-Mediengruppe. Im Westen benutzte man den Begriff gegen kommunistische Medien. Aber auch die DDR und die „sozialistische Tageszeitung“ Neues Deutschland bezeichneten westliche Medien als Lügenpresse.

Während der Wende wurden die DDR-Medien wiederum von Demonstranten als Lügenpresse bezeichnet. Im Klartext: Alle haben dieses Wort benutzt! Erst, als Patrioten 2014 dasselbe taten, um unwahre Berichterstattung zu bezeichnen, wurde „Lügenpresse“ plötzlich zum Naziwort erklärt.

9

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Damit wurde benannt, dass eine große Zahl von Migranten nach Deutschland kam, um Sozialleistungen zu beziehen. Aber während deutsche Journalisten ihre Kameras auf weinende Kinder hielten, schmissen „Flüchtlinge“ in Ungarn Wasser und Nahrung weg und forderten, nach Deutschland gebracht zu werden.

10

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Der Meteorologe und Moderator Jörg Kachelmann wurde 2010 festgenommen und wegen „besonders schwerer Vergewaltigung“ und „gefährlicher Körperverletzung“ angeklagt. 2011 wurde er freigesprochen, weil die Anschuldigungen offensichtlich falsch waren. In den Jahren bis 2017 gewann er Schadensersatzklagen gegen die Lügnerin.

Was das mit dem „Unwort“ zu tun hat? Kachelmanns Frau prangerte an, dass Frauen in unserer Gesellschaft ein „Opfer-Abo“ haben und Kachelmann selbst wiederholte das nach seinem Freispruch. Laut „Unwort“-Jury stellte er damit „Frauen pauschal und in inakzeptabler Weise unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und somit selbst Täterinnen zu sein“.

Also ernsthaft: Dem Mann, dessen Karriere mit einer Vergewaltigungs-Lüge zerstört wurde, warf man vor, anderen etwas zu unterstellen, was sie nicht tun. Kann man sich nicht ausdenken.