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Die Fuldaer Professorin für Politikwissenschaft Claudia Wiesner hat herausgefunden, was erwartbar war: Die Konjunkturmaßnahmen kommen vor allem Männern zugute. Was einen logischen Grund hat, findet Prof. Wiesner aber ungerecht.

Weil das Geschlecht keine Rolle spielt, soll das Konjunkturpaket unfair sein

„Das ist ein Konjunkturpaket für Männer“, framet Prof. Claudia Wiesner die Corona-Hilfsmaßnahmen des Sommers im Spiegel-Interview. Nur 4 Prozent der 167,4 Milliarden Euro an Konjunkturmaßnahmen würden Frauen erreichen. Wie sie das berechnet hat?

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Auch in die zur Bewältigung der Krise dringend notwendige IT-Infrastruktur wurde mit dem Konjunkturpaket investiert.
cybrain – iStock

Prof. Wiesner hat schlichtweg den Frauenanteil der Branchen genommen, an welche die Hilfsgelder geflossen sind. Und da das Geld vor allem in Branchen geflossen ist, in denen traditionell eher Männer beschäftigt sind, haben „Männer“ auch mehr logischerweise mehr von dem Konjunkturpaket bekommen. Prof. Wiesner findet das problematisch.

»Die haben aber auch nicht ihren Job verloren.«

Im WDR5-Interview wurde Prof. Claudia Wiesner gefragt, was man beim Konjunkturpaket hätte anders machen sollen, um es geschlechtergerechter zu gestalten. Sie kritisiert daraufhin, dass beispielsweise Krankenschwestern nichts von den Hilfsgeldern gesehen haben.

Der Moderator stimmt ihr dabei zu, betont allerdings, dass Krankenschwestern auch zu keinem Zeitpunkt während der Krise befürchten mussten, ihren Job zu verlieren. Das Konjunkturpaket sei ja aber genau für Menschen gedacht, denen durch die Corona-Maßnahmen der Ruin drohte.

Die Politikwissenschaftlerin reagiert daraufhin hörbar empört. Ihr Vorschlag: Traditionell weibliche Branchen sollten Geld bekommen, auch wenn gar keine Jobs in Gefahr sind. Dann, meint sie, „haben diese Frauen Geld im Portemonnaie und das können sie ausgeben und auch das hilft der Konjunktur.“