Am Mittwoch wurde die selbsterklärte Antifa-Zone CHAZ/CHOP von Polizeikräften der Stadt Seattle aufgelöst.

Aber nicht die anarchische Gewalt inklusive zweier getöteter Schwarzer oder die defacto Geiselnahme unzähliger Bewohner der okkupierten Blocks haben Bürgermeisterin Jenny Durkan zu diesem Schritt veranlasst.

Tabula rasa im Antifa-Land

Geht doch: Am frühen Mittwochmorgen rückten circa 100 schwer bewaffnete Polizisten in Schutzausrüstung und taktischen Einsatzfahrzeugen in die Antifa-Zone vor und eroberten das Gebiet relativ zügig und problemlos zurück.

Nach Wochen des Zögerns der Bürgermeisterin durfte die Polizei der Antifa-Zone ein Ende bereiten.
@MrAndyNgo – via Twitter

44 Personen, die sich geweigert hatten, das Zentrum von CHAZ, den Cal Anderson Park, zu verlassen, wurden verhaftet. Auf ihrer Flucht schrien manche: „Wir kommen wieder.“

Kurz zuvor hatte die Bürgermeisterin noch von der Antifa-Zone geschwärmt.
@mayorjenny – via Twitter

Am Vorabend hatte Bürgermeisterin Jenny Durkan (Democrats) einen Exekutivbefehl erlassen, um den „Sommer der Liebe“, wie sie die militante Zone selbst noch kürzlich nannte, zu beenden.

Linksradikale Demo vor Durkans Haus

Durkans Einstellung zu CHAZ hatte sich am Sonntagnachmittag schlagartig geändert: Da suchten hunderte Demonstranten ihre Privatadresse auf, um ihrer Forderung, die Mittel für die Polizeibehörde um 50 Prozent zu kürzen, Nachdruck zu verleihen. Mutmaßliche Organisatorin: das sozialistische Stadtratsmitglied Kshama Sawant.

Socialist-Party-Politikerin Kshama Sawant soll den Protest vor Durkans Haus organisiert haben.
Shannon Kringen – via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Zwei Tage später legte Durkan einen Brief an den Stadtrat vor, in dem sie fordert, Sawant aus dem Rat zu werfen:

„Wir alle haben an hunderten in der ganzen Stadt verteilten Demonstrationen teilgenommen, aber Stadtrat Sawant und ihre Anhänger tun dies in rücksichtsloser Missachtung der Sicherheit meiner Familie und meiner Kinder. Zudem haben ihre Anhänger während oder nach ihrer Rede bei der Kundgebung mein Zuhause verwüstet, indem sie Obszönitäten daran sprühten.“

Noch am selben Tag verfasste Durkan auch den Beschluss, CHAZ zu räumen.

Dixie-Klos von Mayor Durkan

Als Linksextremisten vor rund dreieinhalb Wochen sechs Blocks von Seattle eingenommen hatten, verteidigte Durkan die illegale Besatzung als eine große Block-Party. Trotz früher Berichte über Gewalt und Nötigungen innerhalb der von Grenzbarrikaden und schwer bewaffneten Wachleuten gesicherten Zone, versorgte sie die Anarchisten mit Dixie-Klos und Müllabfuhr.

Es half nichts: Die Demonstranten beschmierten Durkans Haus, obwohl sie sie kurz zuvor noch gelobt hatte.
via Jenny Durkan

So kam es, dass bis zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung am Mittwochmorgen an den „Grenzen“ von CHAZ zwei Menschen getötet wurden – beides Schwarze.

Bevor der linksradikale Mob vor ihrer Haustür stand, hatte Durkan kein Problem damit, der Gewalt beim Wuchern zuzusehen. Ein frühes Eingreifen, wie es Präsident Donald Trump stets gefordert hatte, hätte in ihren Augen wohl ihre Popularität bei der linksliberalen Wählerschicht gefährdet.