Die Diktatur auf der ostasiatischen Halbinsel ist uns im Westen vor allem für ihre Zwangsarbeitslager, Hinrichtungen und Hungersnöte bekannt. Seit zwei Jahren betreibt der nordkoreanische Staat aber auch einen YouTube-Kanal.

Dort versucht er zu beweisen, dass das Land in Wirklichkeit ein wundervolles Paradies ist. Die Videos sind ein faszinierender Einblick in das Selbstbild der abgeschotteten Nation.

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Nordkoreas größter Freizeitpark. Auch in einer Diktatur wollen Menschen bespaßt werden. Besonders auffällig: Die vielen ausländischen Touristen – so als wäre Nordkorea ein beliebtes Reiseziel. Sehenswert ist auch die Interpretation eines westlichen Fast-Food-Restaurants gegen Ende des Videos.

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Un-A, die angebliche Betreiberin des Kanals, erklärt, warum es in Nordkorea keinen einzigen Corona-Fall gibt. Es war der „respektierte, oberste Führer“, der alles vorhergesehen habe. Während der Rest der Welt zögerte, habe er „Maßnahmen jenseits der Vorstellungskraft“ unternommen, um das Land zu schützen.

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Die nördliche Version der Geschichte des Koreakrieges. Obwohl die Aggression damals vom Norden ausging und der Krieg mit einem unentschiedenen Waffenstillstand endete, wird er hier als siegreicher Verteidigungskrieg stilisiert. Die chinesische und sowjetische Hilfe wird klammheimlich totgeschwiegen.

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Stolz werden sozialistische Prachtbauten präsentiert. Auch blitzsaubere Wohnungen, Schulen und Schwimmbäder werden gezeigt. Alles wirkt, als wäre es in einem Studio oder einem Einrichtungshaus gefilmt worden. Ebenfalls auffällig: Die Straßen und Plätze sind fast menschenleer.

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Eine nordkoreanische Firma produziert zwei Wundermittel namens „Kumdang-2“ und „Royal Blood Fresh“, die angeblich Aids, Krebs, Thrombose und viele andere Krankheiten heilen können. In dem Video wird behauptet, das Medikament würde auf der ganzen Welt reißenden Absatz finden. Viele der Aufnahmen in dem Video sind ganz offensichtliche Fälschungen und Fotomontagen.