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Es ist ein Phänomen, das so altbekannt wie skurril ist: Auswanderer benennen ihre neue Wahlheimat nach den Herkunftsorten.

Paderborn mit 10 Einwohnern

Für viele klingt das erst mal unglaublich. Dabei sind wir alle dieser Art der Namensgebung schon tausende Male begegnet: Denn auch „New York“ ist genau so entstanden. Die Weltmetropole mit nunmehr rund 8 Millionen Einwohnern ist nach der nordbritischen Stadt „York“ benannt, die dagegen nur bescheidene 200.000 Einwohner zählt.

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Die Hauptstraße in New Berlin ist dezent weniger stark befahren als Hauptverkehrsadern in der deutschen Metropole.
Royalbroil – Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Die Unterschiede können aber noch wesentlich größer ausfallen: So gibt es beispielsweise im amerikanischen Bundesstaat Illinois einen Ort namens Paderborn. Im Gegensatz zu seinem Vorbild in Ostwesfalen, das knapp 150.000 Einwohner zählt, leben in der amerikanischen Version nur 40 Menschen, verteilt auf 10 Häuser.

Etliche deutsche Städtenamen in ganz Amerika

Das ist aber noch längst nicht alles. So gibt es beispielsweise Hamburg in New York, Stuttgart in Arkansas, Berlin in Ohio, Berlin in Pennsylvania, New Berlin in Illinois, New Berlin in Wisconsin, Hanover in New Hampshire, Bremen in Georgia, Coburg in Oregon, New Baden in Illinois, Flensburg in Minnesota, Frankfort in Kentucky und Indiana, Lennep in Montana und Dresden in Ohio. Um nur einige zu nennen.

In Coburg / Oregon fehlt der bayerische Charme des Originales komplett.
Gemeinfrei – Wikimedia

Auch Namen wie z. B. „Vienna“, dem englischen Wort für „Wien“, sind keineswegs selten. Wirklich besonders ist aber eine Stadt in North Dakota. Sie wurde 1873 zu Ehren des deutschen Einigkeitskanzler benannt. Die Rede ist von keinem geringeren als „Bismarck“.

Der Grund für die vertraut klingenden Städtenamen: Die deutschen Auswanderer waren einfach stolz auf ihre Herkunft und haben sich gern an ihre Heimat zurückerinnert.