Im sechsten Teil der Black-Ops-Reihe des Kult-Shooters „Call of Duty“ geht es um den Kalten Krieg. Doch der Trailer zum Spiel sorgt für Diskussionen im Netz.

Ehemaliger Sowjet-Geheimagent taucht in »Call of Duty«-Trailer auf

Der ehemalige KGB-Agent Yuri Bezmenov arbeitete in der sowjetischen Öffentlichkeitsarbeit in Indien, bevor er die Arbeit nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.

In einem wahnwitzig anmutenden Fluchtplan mischte er sich unter amerikanische Hippie-Studenten und wanderte aus, denn Deserteuren des sowjetischen Geheimdienstes drohte der Tod.

Im Westen angekommen, warnte er die dortige Bevölkerung vor sowjetischen Propaganda-Taktiken und psychologischer Kriegsführung. Nun ist der Kalte Krieg lange vorbei, doch plötzlich tauchen alte Aufnahmen von Bezmenov im neuen „Call of Duty“-Trailer auf. Warum?

Der ehemalige Geheimagent warnt vor politischen Entwicklungen durch eine kommunistische Strategie, die er als „Ideologische Zersetzung“ bezeichnet. Und die hat es in sich.

Bezmenovs Warnungen hören sich nach heutigen Grünen an

Den, wie er sagt, „großen Prozess der Gehirnwäsche“ teilt Bezmenov in vier Phasen ein. In der ersten, der Demoralisierung wird „die marxistische Ideologie in die weichgespülten Köpfe drei Generationen amerikanischer Studenten gepumpt“.

Das Ergebnis: Linke und staatsfeindliche Intellektuelle besetzen Positionen in der Regierung, Verwaltung sowie Geschäfts- und Medienwelt.

Yuri Bezmenov in den 1980ern.

Wie effektiv die Indoktrination sei, beschreibt Bezmenov mit drastischen Worten: „Sogar wenn du ihnen zeigst, dass weiß weiß und schwarz schwarz ist, kannst du ihre Wahrnehmung nicht ändern.“

Was sich nach heutigen Grünen anhört, ist laut Bezmenov der erste Schritt zum Untergang eines Staates. Wenn eine Bevölkerung erst ihren Patriotismus und ihre Religion verloren hat und gegen den eigenen Staat ist, so der Ex-KGB-Agent, wäre es an der Zeit für den zweiten Schritt: Destabilisierung mit dem Ziel, Wirtschaft und Verteidigung zu schwächen.

Die letzte Phase sei dann die der Krise: Auf Unruhen, Aufstände und Plünderungen sollen krasse wirtschaftliche und politische Veränderungen folgen. Ziel sei es, eine neue Normalität zu etablieren.

Linke verteidigen Sowjet-Diktatur

In den sozialen Medien rief der Trailer zum neuen Call of Duty unter Linken Empörung hervor. Viele dort scheinen den Traum vom Kommunismus noch immer nicht ausgeträumt zu haben.

Auf Twitter verteidigten viele Linke sozialistische Diktaturen.

Es finden sich unzählige Kommentare, in denen die Gewaltherrschaft der Sowjets mit ihren Millionen Toten verteidigt wird. Call of Duty sei, so heißt es, doch nur „anti-sowjetischer Scheiß“.

Bezmenovs Warnungen erinnern an »Black Lives Matter« und die »Cancel Culture«

Besonders interessant für die heutige Zeit: Bezmenov spricht davon, dass es keine „Graswurzel-Revolutionen“ gäbe, sondern Revolutionen immer ein Produkt hochorganisierter und professioneller Kräfte wären.

Wollten die Macher von Call of Duty mit dem Trailer versteckte Gesellschaftskritik üben? Man weiß es nicht. Aber Millionen Aufrufe und hunderttausende Kommentare zeigen: Bezmenovs Aussagen polarisieren. Und egal auf welcher Seite man steht:

Viele Nutzer fühlten sich bei dem Call of Duty-Trailer an die Black Lives Matter-Proteste erinnert.
Heartwood Films – Shutterstock

Die Parallelen zwischen den Worten eines EX-KGB-Agenten und den Ereignissen vor unserer Haustür waren wohl seit dem Ende des Kalten Krieges nie größer.

Die Games-Seite IGN veröffentlichte den Trailer mit dem Kommentar: Kenne deine Geschichte oder du bist verdammt, sie zu wiederholen.