Infolge der „Black Lives Matter“-Proteste werden Stimmen lauter, die Umbenennungen vermeintlich rassistischer Markennamen fordern. Diese Produkte hat es bereits getroffen:

1Knorrs „Zigeunersauce“ wird zu „Paprikasauce Ungarischer Art“

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Die Firma Knorr, welche zum internationalen Konzern Unilever gehört, gab bekannt, dass sie den Namen ihrer „Zigeunersauce“ in „Paprikasauce Ungarischer Art“ ändert. Der Begriff Zigeunersauce könne negativ interpretiert werden, erklärte das Unternehmen. 2013 hatte Knorr eine Umbenennung noch mit Verweis auf die lange Tradition des Begriffs abgelehnt.

In der Küchentechnik wird der Begriff „Zigeunersauce“ bereits seit mehr als 100 Jahren verwendet. Das Nachschlagebuch für die klassische Küche von Escoffier (1903) versteht darunter „eine würzige, scharfe Sauce mit stückigen Einlagen“.

2Bahlsens „Afrika“-Keks wird nicht mehr das Wort „Afrika“ enthalten

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Auch der „Afrika“-Keks der Firma Bahlsen sah sich Kritik ausgesetzt. Ein schwarzer Keks mit dem Namen „Afrika“ sei eindeutig rassistisch.

Nach erster Kritik wies Bahlsen darauf hin, dass der Name seit über 60 Jahren besteht und keinen rassistischen Gedanken zugrunde liegt. Dann erklärte die Firma zusätzlich, der Name wäre ausgewählt worden, weil Afrika weltweit größter Produzent von Kakaobohnen ist und der Name „damit perfekt zu unseren vollschokolierten Waffeln passt.“

Nach einem Shitstorm aus linken Twitter-Blasen denkt Bahlsen über einen neuen Namen nach.

3Der Berner Gastrobetrieb „Cafe Colonial“ wird zu „Cafe“

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Als das Berner Cafe Colonial mit dem Black Lives Matter-Hashtag #blackouttuesday ein schwarzes Bild veröffentlichte, wurden Linke auf das kleine Cafe aufmerksam.

Sie warfen dem Gastrobetrieb schnell vor, der Name „Cafe Colonial“ wäre rassistisch, da er an die Kolonialzeit und die Unterdrückung des afrikanischen Kontinents erinnern würde.

Daraufhin entfernte der Besitzer den Schriftzug „Colonial“ von der Glasscheibe und der Fassade. Einen neuen Namen hat das Cafe noch nicht.

4Mohrenköpfe werden zu Schokoküssen

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Früher hießen die inzwischen als Schokoküsse bekannte Schaumnascherei noch Mohrenköpfe bzw. Negerküsse. Die Süßigkeit aus baiserartiger Masse mit Schokoladenguss entstand um 1800 in Dänemark und wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts in Frankreich als „Tête de nègre“ (deutsch: Kopf eines Negers) bekannt.

Deutsche Konditoreien entdeckten die Süßspeise zu Beginn des 20. Jahrhunderts und übersetzten es fast wörtlich in „Mohrenkopf“. Das französische Wort für die Füllung „Baiser“ bedeutet übersetzt so viel wie „Kuss“, sodass die parallele Übersetzung „Negerkuss“ entstand.

Nach linker Kritik verzichteten insbesondere die großen Hersteller auf die traditionelle Bezeichnung.

5Das traditionsreiche Hotel „Drei Mohren“ wird zu „Maximilian’s“ umbenannt

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Auch das Augsburger Luxus-Hotel blieb vom Rassismusvorwurf nicht verschont. Der Begriff Mohr sei ein veraltetes Wort für „People of Color“ und deshalb rassistisch.

Tatsächlich gab es viele Unterkünfte entlang der alten Römerstraße „Via Claudia Augusta“ mit dem „Mohr“ im Namen. Diese verband Süddeutschland (auch Augsburg) und Italien und war eine begehrte Route für Fürsten, ihre Bediensteten und Pilger. Aufgrund der dunkleren Hautfarbe der Reisenden kam es schließlich zu der Bezeichnung. Also weniger ein rassistisches Motiv, als vielmehr das Zeichen einer vielfältigen Geschichte.

Übrigens ergab eine aktuelle Umfrage, dass rund 72 Prozent der Befragten gegen die Umbenennung des Hotels ist. Auch bei der jüngsten abgefragten Gruppe zwischen 18 und 29 Jahren waren immerhin noch 60 Prozent gegen den neuen Namen.

6Die Washington Redskins verlieren ihre Rothaut

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Auch Sportvereine traf Rassismuskritik. So sieht sich das American Football-Team „Washington Redskins“ dem Vorwurf ausgesetzt, sein Name, der übersetzt „Rothäute“ bedeutet, sei rassistisch.

Die Verantwortlichen gaben nach und entschieden sich dazu, den Namen in „Washington Football Team“ zu ändern. Fans waren empört. Besonders kritisiert wurde, dass durch die vermeintlich antirassistische Umbenennung die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner getilgt werde.

7Der „Sarotti-Mohr“ wird zum Sarotti-Magier

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Das Confiserie-Unternehmen Stollwerck änderte 2004 ihr Maskottchen. Aus dem „Sarotti-Mohr“ wurde ein Sarotti-Magier. Der Sarotti-Mohr wurde 1918 für das 50-jährige Jubiläum als Logo des Unternehmens entworfen und entwickelte sich zu einem der bekanntesten deutschen Markenzeichen.

Linke kritisierten, dass die schwarze Haut der Figur rassistisch sei. Der Magier, der den Sarotti-Mohr ersetzt, hat nun eine goldene Hautfarbe und trägt statt eines Tabletts Sterne in seinen Händen.

8„Uncle Ben“ und „Aunt Jemima“ werden nicht mehr schwarz sein

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Jeder kennt „Uncle Ben“ als Werbefigur des gleichnamigen Reisherstellers und vielleichtauch „Aunt Jemima“ des Herstellers von Back- und Frühstücksprodukten. Beide sind Schwarze mit einem strahlenden Lächeln.

Den Namensvorsatz „Uncle“ und „Aunt“ gab man früher Schwarzen in den Südstaaten. Dadurch, so linke Kritiker, würden rassistische Stereotype bedient werden. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, die Logos ändern zu lassen.