Junge Union ins Gulag, AfD aufknüpfen: Der Chef der Grünen Jugend in Krefeld und Kandidat für den dortigen Stadtrat hatte auf Twitter die gewaltsame Verfolgung politischer Gegner gefordert.

Nachdem FlinkFeed berichtet hatte, schlug der Fall hohe Wellen. Jetzt tritt Jonas Stickelbroeck mit einem bizarren Schreiben an die Öffentlichkeit.

»Inhalte waren satirisch gemeint«

In einer Erklärung, welche die Rheinische Post hinter einer Bezahlschranke veröffentlichte, schreibt Stickelbroeck, seine Postings seien lediglich Satire gewesen. Er habe nur Kritik äußern wollen und sei „mit der Art übers Ziel hinausgeschossen“. Eine inhaltliche Distanzierung sieht anders aus.

via Twitter

„Wir Grüne“, erklärt Stickelbroeck weiter, „stehen für einen sachlichen Weg der politischen Auseinandersetzung.“ Er wolle darum „die Polizei Krefeld und die Junge Union Krefeld um Entschuldigung bitten“.

Eine Entschuldigung, die keine ist

Auffällig an Stickelbroecks Entschuldigung ist, dass die Gruppe, die er wiederholt am schärfsten mit Hasspostings überzog, darin überhaupt nicht auftaucht: die AfD, ihre Wähler und Mitglieder.

@lnksrdkl – via Twitter

Das ist umso brisanter, weil Stickelbroeck ohne große Umschweife die Ermordung von AfD-Politikern als „verdient“ bezeichnet hatte. Von diesen Aussagen scheint sich der Chef der Grünen Jugend in Krefeld in seinem Schreiben nicht zu distanzieren.

Grüne finden »Satire«-Behauptung glaubhaft, Stickelbroeck bleibt Sprecher der Grünen Jugend

Nach Veröffentlichung der FlinkFeed-Recherchen wurde Stickelbroecks Twitterprofil „@lnksrdkl – Konservatismushassaccount“ zwar hastig gelöscht. Der Fall hatte allerdings bereits zu mehreren Medienanfragen geführt.

via Grüne Krefeld

Eva Malecha-Konietz, Vorstandsmitglied der Grünen in Krefeld, gab sich daraufhin empört. Man habe „mit Herrn Stickelbroeck gesprochen und ihn zur Rede gestellt“. In einer öffentlichen Stellungnahme der Grünen heißt es, dass „er uns glaubhaft versichern konnte, dass diese Tweets satirisch gemeint“ gewesen sein sollen.

In Folge des Eklats werde Stickelbroeck zwar nach der Kommunalwahl ein eventuelles Mandat nicht annehmen. Von einem Parteiausschluss oder zumindest von einem Rücktritt von seiner Funktion als Chef der Grünen Jugend in Krefeld ist dagegen keine Rede.

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