1Warum heißt es eigentlich Silvester?

Silvester I. mit Konstantin dem Großen
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1582 führte die katholische Kirche den gregorianischen Kalender ein, den wir bis heute nutzen – benannt nach dem damaligen Papst Gregor XIII. Damals wurde der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember verlegt. Der 31. Dezember ist aber der Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335)

Silvester I. war der erste Papst, der heilig gesprochen wurde, ohne den Märtyrertod erlitten zu haben. Er ließ die erste Kirche über dem Petrusgrab des vatikanischen Hügels bauen. Der Name Silvester bedeutet „Waldmann“.

2Warum machen wir ein Feuerwerk?

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Die Germanen fürchteten sich vor bösen Geistern in den „Rauhnächten“. Je nach Region begannen die am 21. Dezember oder später und endeten am 6. Januar oder früher. Um sich vor den Geistern zu schützen, wurden Feuerfeste veranstaltet, bei denen Krach gemacht und Feuer entzündet wurde.

Die Chinesen erfanden das Feuerwerk, das kaum Licht, aber viel Krach machte. Im mittelalterlichen Italien wurde es zum heutigen Feuerwerk weiterentwickelt und für viele Feste verwendet. Erst im 20. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch, das neue Jahr mit Feuerwerk zu begrüßen.

3Welche Bräuche gibt es außerdem?

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Das weit verbreitete Bleigießen war der Wahrsagerei und wurde schon von den Römern betrieben. Bei uns ist es eine moderne Tradition, die nicht so ernst gemeint ist. Seit 2018 verbietet die EU den Verkauf von Bleigießsätzen, weil das Bleigießen als gesundheitsgefährdend angesehen wird.

In der Schweiz ziehen maskierte Silvesterkläuse tanzend und jodelnd von Haus zu Haus, um ein gutes Jahr zu wünschen. Im Schwarzwälder Schiltach gibt es den Silvesterzug, der ursprünglich eine kirchliche Prozession zur Danksagung war. Kirchen feiern nächtliche Gottesdienste.

4Wo findet der Jahreswechsel zuerst und wo zuletzt statt?

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Um elf Uhr mitteleuropäischer Zeit feiert das pazifische Korallenriff Caroline-Atoll als erstes den Jahreswechsel – allerdings gibt es dort keine Menschen. Im Stundentakt wandert der Jahreswechsel dann durch alle Zeitzonen, bis nach 24 Stunden die ebenfalls unbewohnte Howlandinsel „feiert“.

Verrückt: Eigentlich müsste der Jahreswechsel zuerst im Osten anbrechen und stetig nach Westen wandern, was er ganz grob gesagt auch tut. Da aber die festgelegten Zeitzonen gelten, die nicht streng von Osten nach Westen verlaufen, liegt die Howlandinsel sogar westlicher als Caroline-Atoll.

5Was sind traditionelle Silvesterspeisen?

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Die meisten Silvesterspeisen sind regional verschieden und sollen symbolisch Glück und Wohlstand für das neue Jahr bringen: Sauerkraut und Suppe, Erbsen- oder Linsensuppe, Schweinshaxe, Silvesterkarpfen – bei letzterem wird eine Schuppe als Glücksbringer in den Geldbeutel gesteckt.

Heute sind eher Fondue und Raclette zum geselligen Beisammensein beliebt und nicht selten wird eine leckere Feuerzangenbowle serviert.

6Warum wird ein guter Rutsch gewünscht?

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Die wahrscheinlichste Erklärung: „Rutschen“ bedeutete nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm, „sich gleitend bewegen“ oder „kriechen“. Es wurde aber auch scherzhaft als Synonym für „reisen“ verwendet, so zum Beispiel bei Goethe.

Mindestens seit 1820 wünscht man einen „guten Rutsch“ vor einer Reise. Wenn wir also zu Silvester vom „guten Rutsch“ sprechen, wünschen wir einen sanften Übergang, ein müheloses Übergleiten ins neue Jahr!