Der US-Bundesstaat Florida hat weitreichende Lockerungen seiner Corona-Maßnahmen beschlossen. Gouverneur DeSantis gilt als ein enger Verbündeter von Donald Trump. Unfundiert ist seine Entscheidung aber keineswegs.

Betreiber entscheiden ab jetzt selbst!

Am Freitag gab Gouverneur Ron DeSantis bekannt, dass Florida mit sofortiger Wirkung in Phase 3 der Lockerungen übergehe. Das heißt u.a.: Sämtliche Einschränkungen für Gastronomien und Bars werden aufgehoben.

„Ich denke, das wird sehr, sehr wichtig für die Branche sein,“ so DeSantis am Freitag. „Die Anordnung, die ich heute unterzeichne, wird den Betrieb der Restaurants garantieren und Zwangsschließungen verhindern.“

Nach dem landesweiten Shutdown im Frühjahr hatte Florida gastronomischen Betrieben zunächst gestattet, 50 Prozent der nutzbaren Kapazitäten wieder zu öffnen. Lokalregierungen, die weiterhin regionale Maßnahmen verhängen können, dürfen diese Grenze fortan nicht unterschreiten. Nur die Betreiber selbst dürfen dies.

»Werden nichts mehr schließen!«

Florida verhänge ebenfalls keine Bußgelder mehr gegen Menschen, die keine Maske tragen, fügte DeSantis hinzu.

„Ich denke, wir müssend davon abkommen, Leute zu bestrafen und einfach konstruktiv mit ihnen zusammenarbeiten“, so der 42-Jährige, der wisse, dass die Pandemie noch nicht vorüber sei. Dennoch werde seine Regierung „im weiteren Verlauf nichts mehr schließen“.

Deutschland: CDU-Politiker schließt neuen Lockdown nicht aus!

DeSantis stützt seine Entscheidung auf Daten der US-Seuchenschutzbehörde CDC. So liege die Sterberate unter Infizierten, die jünger als 70 Jahre sind, bei maximal 0,5 Prozent. Sowohl die Anzahl an Hospitalisierungen von Covid-Patienten als auch die Intensivbettenauslastung seien seit ihrem Höchststand im Juli zudem um mehr als zwei Drittel gesunken.

Des Weiteren spreche für die Lockerungen, dass der Coronatest in Florida aktuell bei nur 4,32 Prozent aller Getesteten positiv ausfalle (Deutschland: 1,19 Prozent).

Anzahl der Coronatestungen in Deutschland.
via RKI

Der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, sagte am Donnerstag, ein zweiter Lockdown sei durchaus eine Option: „Man kann nichts ausschließen, wenn es darum geht, diese Pandemie wieder unter Kontrolle bringen zu müssen.“