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Dabei wollte er nur die Corona-Maßnahmen einhalten…

Entführung durch Verwechslung

Bei seiner Rückkehr aus Hong Kong beginnt für den Taiwanesen Chen eine kuriose Geschichte. Die taiwanesischen Corona-Maßnahmen verlangen eine 14-tägige Quarantäne, wenn man aus dem Ausland einreist. Ein Freund ist verreist, also gibt er Chen seine Wohnung, damit der dort die Quarantäne verbringen kann.

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Was Chen nicht weiß: Sein Freund schuldet einigen Kriminellen Geld. Die attackieren und entführen Chen, um die Schulden einzutreiben. Sie merken, dass sie den Falschen haben und fahren mit Chen zu seiner Wohnung, damit er die Schulden seines Freundes bezahlen kann. Danach bringen sie den armen Kerl wieder zur Wohnung des Freundes.

3.000 Euro Bußgeld, weil er entführt wurde

Chen ist also ein echter Pechvogel, den es nicht noch schlimmer hätte treffen können. Oder? Der taiwanesische Staat ortet Handydaten, um Verletzungen der Quarantäne zu ahnden. Nach Chens Rückkehr nimmt ihn also die Polizei fest und verhängt ein Bußgeld von umgerechnet knapp 3.000 Euro – weil er gegen die Quarantäne verstoßen hat!

Taiwans Staatsmacht setzt die Corona-Maßnahmen mit harter Hand durch. (Symbolbild)
Hans Lucas – Imago Images

Chen legt allerdings erfolgreich Einspruch ein, wird wieder freigelassen und das Bußgeld wird aufgehoben. „Der Verstoß gegen die Quarantäneregeln wurde nicht durch sein eigenes beabsichtigtes oder fahrlässiges Verhalten verursacht“, erklärt ein Beamter. „Im Einklang mit dem Gesetz sollte dieses Verhalten nicht bestraft werden.“ Ob er in Deutschland auch so glimpflich davon gekommen wäre?