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Es ist rassistisch, Hunde gut zu behandeln – und Tierheime fördern insgeheim die Überlegenheit der Weißen. Sagt eine linke Professorin. 

Der Grund für tote Hunde? »Kapitalismus, Anthroparchie, Weiße Überlegenheit und das Patriarchat«

Katja M. Guenther ist Professorin für Gender-Studies an der University of California und nebenbei auch Buchautorin. In ihrem neuesten Werk The Lives and Death of Shelter Animals will sie auf rassistische Strukturen in Tierheimen und bei der Hundehaltung aufmerksam machen.

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Wer bis jetzt dachte, es sei gut für einen Hund, ihn nicht einfach nur als ein Statusobjekt zu betrachten und gut zu umsorgen, wird von Guenther eines Besseren belehrt. Es sei ein Zeichen von weißer Überlegenheit, Tiere aus Gründen der Geselligkeit zu halten und gut zu behandeln.

Katja M. Guenther via Twitter

Gleichzeitig würde der Tierschutz die farbige Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika diskriminieren, da diese in prekären Verhältnissen leben und dazu verdonnert seien, sich Hunde aus Statusgründen anzuschaffen und angeleint im Garten zu halten.

Deshalb müsse ihrer Ansicht nach der Tierschutz zurückgenommen werden. Es sei in Ordnung, wenn farbige Personen Hundekämpfe veranstalten würden, um damit Wohlstand aufzubauen. Weiße hätten Hundekämpfe schließlich nur deshalb verboten, um anderen nicht zu ermöglichen, aus ihren prekären Verhältnissen zu entkommen.

Tierheime sind ein Instrument der Weißen, um ihr Weißsein zu reproduzieren

Damit nicht genug: Das System aus Tierschutz und Tierheimen diene allein dazu, Hunde aus prekären Verhältnissen – die sie mit der schwarzen Hautfarbe assoziiert – zu entfernen und in wohlhabendere Verhältnisse – die sie mit weißer Hautfarbe assoziiert – zu bringen.

kzenon – iStock

Dass viele der angestellten und ehrenamtlichen Helfer in Tierheimen weiß seien, würde diesen Punkt verdeutlichen. Immerhin würden diese die Prinzipien von Macht und Status im Tierheim etablieren und es anderen Helfern unmöglich machen, die Strukturen zu ändern.

Screenshot Amazon.de / Redaktion – FlinkFeed

Einige Amazon-Bewertungen fallen eindeutig aus: Viele reden von einer einseitigen Sicht auf die Dinge. Andere sprechen von postmodernen Müll oder bezeichnen das Buch als Gefahr für den lang erkämpften Tierschutz. Ein Nutzer schreibt: „Wenn man sich keinen Hund leisten kann, dann sollte man keinen halten. Die Behandlung von Hunden hat nichts mit ethnischer Herkunft zu tun. Wann wird dieser Schwachsinn endlich enden?