In der US-amerikanischen Kultfilm-Reihe „Predator“ machen mysteriöse, unsichtbare Aliens Jagd auf Menschen. Doch die außerirdischen Jäger stammen nicht bloß aus einer den Menschen technologisch weit überlegenen Zivilisation, sondern tragen auch tentakelartige Organe am Kopf.

Linke fühlen sich an Dreadlocks erinnert und erklären „Predator“ für rassistisch.

Soziologe: Alien-Jäger aus »Predator« sind rassistisch

Der kanadische Soziologe Tamari Kitossa beschäftigt sich vor allem mit Antirassismus. Dabei beschränkt er sich allerdings nicht bloß auf irdische Diskriminierung, sondern weitet seine Forschungen bis in die Tiefen des Weltalls aus.

Von dort stammen nämlich die Yautja, fiese Alien-Jäger, die mit Plasma-Kanonen und Unsichtbarkeits-Technologie Jagd auf Menschen machen – nur so zum Spaß.

Predator sind erbarmungslose Tötungsmaschinen.
Black Jarab – Shutterstock

Als wäre das nicht schon menschenverachtend genug – im wahrsten Sinne des Wortes –, findet der Antirassismus-Forscher etwas noch Schlimmeres heraus: Die Filmemacher würden durch ihre Aliens schwarze Männer als gewalttätige, übermenschliche Monster darstellen.
Wie er darauf kommt? Persönliche Erfahrung!

Vermeintliche Dreadlocks sind eigentlich Sinnesorgane

Betroffen schildert der Soziologie-Hilfsprofessor: „Ein weißer Mann sagte mir mal, er fände es cool, dass ich Dreadlocks wie der Predator hätte. Das ist kein Kompliment.“
Gut, niemand wird gerne mit Aliens verglichen – aber deswegen den Filmemachern gleich Rassismus unterstellen? Mal ganz abgesehen davon, dass eine einfache Recherche seine Theorie widerlegt.

Kitossas Spezialgebiet ist schwarzenfeindlicher Rassismus.
Brock University

Denn neben Predator-Filmen gibt es auch Predator-Romane. Und darin werden die vermeintlichen Dreadlocks erklärt: „Trotz ihres umgangssprachlichen Namens, sind die Yautja-Dreadlocks eigentlich kein Haar. Sie sind fleischige Auswüchse, die bei Verletzungen auch bluten können. Es handelt sich bei ihnen um komplexe Sinnesorgane, die für außergewöhnliche Reflexe sorgen und bei der Partnersuche behilflich sein können.“

Schwarzer Comedy-Autor geht auf humoristische Weise mit den Rassismus-Vorwürfen um

Kitossa ist nicht der erste, der den Predator-Machern aufgrund der außerirdischen Dreadlock-Organe Rassismus vorwirft. So schrieb der schwarze Comedy-Autor und Medizin-Student Fredrick Martyn schon 2019 einen satirischen Artikel aus der Perspektive des Predators. Darin entschuldigt sich der brutale, menschenjagende Alien bei den afro-amerikanischen Menschen dafür, dass er „kulturelle Aneignung“ betrieben hätte.

Die Jagd auf Aliens gilt unter Predatoren als eine Art Extremsport.
Black Jarab – Shutterstock

„Ich weiß“, erklärt der Predator „dass Dreadlocks nicht bloß ‚zum Spaß da sind‘. Wie meine menschlichen Gefangenen mir später erklärten, sind Dreadlocks Teil einer kulturellen Identität, auf die ich als Mitglied einer privilegierten, unterdrückerischen, gewalttätigen und menschenschlachtenden Alien-Gattung kein Anrecht habe.“

Linke dürfen also aufatmen: Der Predator selbst ist inzwischen woke genug, um immerhin zu sagen: „Ich bereue meine unsensiblen Handlungen sehr. Aber nicht die gewalttätige Menschenjagd. Die bereue ich nicht.“