1»Eltern müssen die besten Freunde ihrer Kinder sein!«

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Du kannst nicht gleichzeitig Freund und Vater oder Mutter sein. Kinder finden Freunde im gleichen Alter. Von dir brauchen sie Struktur, Ratschläge und die Unterstützung eines liebenden, reifen Menschen mit Lebenserfahrung!

2»Wenn man Kindern etwas verbietet, machen sie es erst recht!«

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Oder: „Jeder muss seine Fehler selbst machen!“ Natürlich wird sich jedes Kind mal Sand in den Mund gestopft haben. Und es gibt viele weitere harmlose Fehler, die ein Kind mal gemacht haben sollte.

Aber wenn du deine Kinder liebst, solltest du sie vor den schwersten Fehlern bewahren. Wenn zum Beispiel deine 13-jährige Tochter nachts mit Fremden ausgehen möchte. Dann ist das vielleicht ein guter Moment, etwas zu verbieten.

3»Der Klügere gibt nach!«

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Wenn sie jemand körperlich angreift, sollen sie sich nicht wehren, sondern beim Erzieher oder Lehrer petzen gehen. Damit erziehst du aber dein Kind dazu, sein Leben lang ein potentielles Opfer zu sein, das sich nicht wehren kann.

Natürlich gibt es viele Gelegenheiten für dein Kind, der Klügere zu sein und nachzugeben. Wenn ein Altersgenosse zum Beispiel versucht, mit Worten eine Reaktion zu provozieren. Aber z. B. bei körperlichen Angriffen hört der Spaß auf.

4»Wenn ein Kind geärgert wird, muss es petzen!«

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Wurde schon im vorigen Punkt gestreift, aber man kann es nicht genug betonen: Niemand mag Petzen! Ein Kind verbessert also nicht gerade seinen Beliebtheit unter seinen Altersgenossen, wenn es bei jeder Auseinandersetzung petzen geht.

Außerdem wird ständig über die Wichtigkeit von „Zivilcourage“ gesprochen. Wer aber von Kindheit an immer zu den Autoritäten gelaufen ist, wird auch als Erwachsener höchstens die Polizei rufen und sich ansonsten raushalten.

5»Niemand außer dir darf dein Kind bestrafen!«

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Wenn moderne Eltern hören, dass ihre Kinder von Verwandten oder Lehrern bestraft wurden, regen sie sich oft auf. Da wird die erzieherische Maßnahme untergraben, indem die Eltern für das Kind in die Bresche springen.

Das solltest du aber nur tun, wenn die Bestrafung unrecht oder maßlos übertrieben war. Ansonsten muss man sich nicht wundern, dass Kinder überheblich werden und Autoritätspersonen auf der Nase herumtanzen.

6»Kindererziehung ist Aufgabe des Staates!«

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Das ist das Gegen-Extrem zum vorigen Punkt. Wir vertrauen so viel auf Institutionen, dass wir sie oft kritiklos machen lassen. Ist ja auch bequem. Aber Du solltest nie vergessen, dass du der Erziehungs-Souverän bist.

Du entscheidest, was dein Kind konsumieren und kennenlernen darf. Du entscheidest, was euren Werten entspricht. Und wenn eine Drag Queen in den Kindergarten geladen wird, um etwas über „sexuelle Vielfalt“ zu erzählen, ist es dein gutes Recht, dagegen zu protestieren und dein Kind davon fernzuhalten.

7»Kinder sollten möglichst viel selbst entscheiden!«

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Über-autoritäre Erziehung ist der Grund, dass Autorität heute einen schlechten Ruf hat. Aber Kinder brauchen Autorität. Wenn sie immer alles entscheiden dürfen, werden sie verwöhnt und treffen gegebenenfalls schädliche Entscheidungen. Doch deine Aufgabe ist es, sie vor Schaden zu schützen.

Es ist also eine Gratwanderung, dein Kind zu leiten, ihm zu helfen und gleichzeitig Selbstständigkeit zu lehren. Im Idealfall bekommen Kinder mit der Zeit immer mehr Rechte, aber auch immer mehr Pflichten, um in die Selbstverantwortlichkeit hineinzuwachsen.

8»Du musst um jeden Preis verhindern, dass dein Kind anders als andere Kinder ist!«

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„Ja, ich finde es eigentlich nicht gut, dass Kai-Ole schon in der zweiten Klasse ein Smartphone hat. Aber alle Kinder haben eines und er soll nicht auffallen!“

Klar geht es nach hinten los, wenn man in einem falsch verstandenen Konservatismus Kindern alles Neue verbietet. Aber wenn du nicht möchtest, dass deine Kinder genauso wie alle anderen sind, dann gehört ein bisschen „Anderssein“ dazu.

Auch das ist natürlich eine Gratwanderung ohne Universalrezept. Bedenke einfach immer, dass eine starke Persönlichkeit deinem Kind im sozialen Umfeld mehr hilft, als Konsumgüter.

9»Schreibe deinem Kind nicht vor, wie es sich anderen Menschen gegenüber zu verhalten hat!«

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Es gibt Ratgeber, die behaupten, du erziehst ein Kind quasi zum Vergewaltigungsopfer, wenn du zulässt, dass Oma ihm ungefragt Wangenküsse gibt. Mit Sicherheit ist es wichtig, Kindern beizubringen, auch „nein“ zu sagen. Besonders wenn es um körperliche Berührungen geht. Aber wenn ein Mensch das nicht kann, liegt das sicher nicht an Omas Zuneigung.

10»Meinungsverschiedenheiten sollten immer ausdiskutiert werden!«

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Diese Annahme geht davon aus, dass Kinder völlig rationale Geschöpfe sind. Dabei scheitern die meisten Utopien daran, dass das nicht mal auf Erwachsene zutrifft. Du solltest deinem Kind erklären, warum etwas verboten oder erlaubt ist.

Aber du solltest auch einen Schlussstrich ziehen und sagen können: „Ich hab’s dir erklärt und jetzt ist die Diskussion beendet.“ So hat es auch Zeit, deine Aussagen überhaupt zu verarbeiten. Und du sparst dir eine Menge Ärgerei.

11»Fremdbetreuung ist genauso gut wie Heimbetreuung!«

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Die Entscheidung, das schon nach kurzer Zeit als „Herdprämie“ verunglimpfte Betreuungsgeld abzuschaffen, spricht Bände: Dass sich nachweislich die allermeisten Mütter wünschen, ihre Kinder mindestens in den ersten Jahren selbst großzuziehen, sei reine Sentimentalität und schade der Staatskasse.

Das scheint zumindest unsere Politik zu glauben. Aber selbst die kleinsten Kinder wollen nicht einfach nur gefüttert, gewickelt und bespaßt werden. Sie brauchen auch echte Liebe und überzeugende Vorbilder. Die Zuneigung der Eltern können auch die besten Erzieher nicht ersetzen.

12»Das Geschlecht deines Kindes ist nur anerzogen!«

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Dass deine Tochter gerne eine Prinzessin sein will und dass dein Sohn laute Maschinen mag, sei anerzogen. Immer wieder gibt es Eltern, die versuchen, ihr Kind „genderneutral“ zu erziehen – und bitter enttäuscht werden.

Denn psychosoziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht nur offensichtlich, sondern auch wissenschaftlich erwiesen. Daran kann auch eine politisch korrekte Erziehung nichts ändern.

13»Mit Kindern ist die Ehe schnell zuende!«

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Manchmal hat man das Gefühl, das sei eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Man redet sich ein, das sei ja normal und die Kinder stünden nun eh an erster Stelle. Ja, Kinder verlangen Opfer. Und Eltern haben weniger Zeit für einander.

Aber Kinder profitieren von einem gesunden und liebevollen Elternhaus. Dazu braucht ihr nicht ständig kinderfreie Tage. Viel wichtiger ist, dass ihr im Alltag Zeit findet, miteinander zu sprechen und euch nahe zu sein. Das „Auseinanderleben“ ist kein Muss, solange ihr beide nicht vergesst, eure Beziehung zu pflegen.