Pressekonferenzen finden in den USA öfter mal im Freien statt. Durch ein komplexes Zusammenspiel von Tageszeit, Erdrotation und Wolkenbildung kann es dabei schon einmal sein, dass die Sonne scheint.

Ein Journalist macht jetzt Trump dafür verantwortlich, dass die Reporter bei dessen jüngster Presseerklärung nicht im Schatten sitzen konnten. Das Netz reagiert mit Hohn und Spott.

»Reporter in der heißen Sonne, er selbst im Schatten«

Der Schuss ging nach hinten los: Mark Knoller, Korrespondent im Weißen Haus für den US-Nachrichtensender CBS, postete vor Beginn der Pressekonferenz ein Foto auf Twitter.

@markknoller – via Twitter

Was es vermeintlich zeigt: Trump wolle die Journalisten fertigmachen, indem er sie an einem heißen Sommertag in der glühenden Hitze sitzen lässt und es sich selbst im Schatten gemütlich macht.

Foto entstand lange vor Beginn der Presseerklärung

Beim Ort der Pressekonferenz handelt es sich um dieselbe Stelle wie oft in solchen Fällen: eine Rasenfläche vor dem Weißen Haus. Auch die Uhrzeit war dieselbe.

Und ja: Wenn man, wie Mark Knoller, schon lange vor dem offiziellen Start kommt, steht die Sonne tatsächlich über den Stühlen der Journalisten.

Screenshot YouTube

Aufzeichnungen der Presseerklärung zeigen jedoch, dass sich dieses Problem schnell von selbst gelöst hat. Bereits kurze Zeit später schob sich kühler Schatten über die Sitze der angeblich dem Hitzetod ausgelieferten Reporter.

Das Internet lacht den Jammer-Reporter aus

Der CBS-Reporter hatte darauf spekuliert, einen Anti-Trump-Eklat auszulösen. Stattdessen hat er sich nur blamiert. Tausende Nutzer kommentierten seinen Tweet und schlossen sich seiner Empörung an – zumindest ironisch.

@SgtKOnyx – via Twitter

„Wie kann es Trump nur wagen“, spottet ein User, „nicht die Erdrotation kontrollieren zu können?!“ Ein anderer fragt, ob er das richtig verstanden hat, dass Trump jetzt auch für den Sonnenstand verantwortlich sein soll.

@sitMAXsit – via Twitter

Andere Nutzer greifen das auf und erklären, dass Mark Knoller absolut recht hat: Trump kontrolliert die Sonne und hat sie extra so positioniert, damit der temperatursensible Journalist eine Stunde nicht im Schatten sitzen kann.

Von „komm klar“ bis „du machst Witze, oder?“

Andere Nutzer verweisen auf die zahllosen Berufe, in denen man jeden Tag in extremer Hitze aushalten muss. Die Liste, die zusammenkommt, ist lang: Bauarbeiter, US-Soldaten im Nahen Osten, Erntehelfer, Industriearbeiter.

@ToDiscourse – via Twitter

Neben der Hitze, die sie täglich ohne Jammern aushalten, haben diese Gruppen außerdem gemein, dass sie nicht dasselbe Gehalt wie Journalisten im Weißen Haus bekommen. Die verdienen nämlich bis zu 250.000 Dollar. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in den USA beträgt etwa 56.000 Dollar.

Besonders peinlich für den Journalisten: Trumps erste Worte

Bei aller Kritik an Methoden und Lügen von Leuten wie Mark Knoller, zeigte Trump mit seinem ersten Satz Empathie für die Reporter: „Ich hoffe, es ist nicht zu heiß. Heute ist es ziemlich warm.“

White House

Und das, obwohl er als Präsident der USA sicher viele andere Dinge im Kopf hat als sich Gedanken darum zu machen, ob es den Journalisten auf dem perfekten Rasen des Weißen Hauses sehr gut oder doch nur gut geht.