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Eine Frau mit Down-Syndrom darf gegen das britische Abtreibungsgesetz klagen, das die Tötung von Menschen wie ihr im Mutterleib bis kurz vor der Geburt erlaubt.

Diese Klage könnte bahnbrechend sein!

In England, Wales und Schottland ist Abtreibung bis zur 24. Schwangerschaftswoche legal – bei „schwerer lebenseinschränkender Krankheit“ sogar bis zur Geburt. Tatsächlich kommen dafür aber auch schon leichte Behinderungen wie das Down-Syndrom, eine Hasenscharte und ein Klumpfuß infrage.

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Heidi Crowter, eine 24 Jahre alte Engländerin mit Trisomie 21, geht nun dagegen vor.

„Ich habe das Gefühl, ich sollte nicht existieren“, sagt Crowter. „In den Augen des Gesetzes wäre ich dann besser dran. Die Richtlinie besagt, dass es grundsätzlich normal ist, dass ein Baby mit Down-Syndrom bis kurz vor der Geburt eliminiert wird.“

Ihre Klage wurde jetzt vom Obersten Gerichtshof zugelassen.

Enormer Druck auf betroffene Mütter

Unterstützt wird Crowter von der Mutter Máire Lea-Wilson. Als bei ihrem Sohn Aidan in der 34. Schwangerschaftswoche das Down-Syndrom festgestellt wurde, informierten die Ärzte sie unverzüglich über die Möglichkeit, das Kind noch zu töten. Insgesamt dreimal habe man versucht, sie zu einer Abtreibung zu überreden.

Heute sagt die mehrfache Mutter: „Mit der Stärke und Unterstützung meiner Familie und Freunde habe ich meine Schwangerschaft fortgesetzt und nach 36 Wochen und drei Tagen meinen wunderschönen Jungen zur Welt gebracht – zu einem Zeitpunkt, als ich ihn noch immer hätte abtreiben können“.

Menschen mit Trisomie 21

In Großbritannien werden rund 92 Prozent der ungeborenen Kinder, bei denen ein Down-Syndrom diagnostiziert wird, abgetrieben. Schätzungen zufolge sind es in Deutschland genauso viele. Bald könnten es noch mehr sein.

Mit dem Segen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) entschied der Gemeinsame Bundesausschuss im September 2019, vorgeburtliche Bluttests auf das Down-Syndrom unter Auflagen als Kassenleistung freizugegeben.

In Dänemark wird dieser Test allen Schwangeren seit 2004 angeboten. Die Anzahl der Geburten von Kindern mit Down-Syndrom sank auf nahezu null. Kein Wunder, dass es immer mehr Gruppen gibt, die sich für die „Rettung“ von Menschen mit dem Down-Syndrom einsetzen.

Ein Hoffnungsschimmer kam am 22. Oktober aus Polen. Dort urteilte das oberste Gericht, Babys fortan vor sämtlichen Abtreibungen aufgrund von Behinderungen zu schützen.