Je nach Bundesland kommen 44 bis über 50 Prozent aller Kinder mit unter drei Jahren in die KiTa. Das sind wesentlich mehr als noch vor einigen Jahren.

Zunehmend sind Menschen der Meinung, die Mutter müsse möglichst früh wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Es gibt aber gute Gründe, damit zu warten! Und dafür muss man sich nicht schämen.

 

1Es ist deine Entscheidung!

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Feministen sprechen gerne von Frauenrechten – bis eine Frau sich aus freien Stücken entscheidet, Hausfrau und Mutter zu sein. Ein Idol heutiger Feministen, Simone de Beauvoir (1908-1986), brachte es einmal mit diesen Worten auf den Punkt:

„Nein, wir glauben nicht, dass Frauen diese Wahl haben sollten. Keiner Frau sollte es erlaubt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder groß zu ziehen. Die Gesellschaft sollte ganz anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, denn wenn es diese Wahlfreiheit gibt, werden zu viele Frauen sie nutzen. Es ist also ein Weg, Frauen in eine bestimmte Richtung zu zwingen.“

Die Sorge von Feministinnen ist dabei alles andere als unberechtigt. Siehe nächster Punkt.

2Du bist in guter Gesellschaft: Die meisten Frauen wollen sich voll und ganz um ihre Kinder kümmern!

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Die EU-Kommission gab 2011 eine Mütter-Studie beim Mouvement Mondial des Mères in Auftrag. Das Ergebnis fand in den deutschen Medien kaum Echo: Nur 11 Prozent der europäischen Mütter wünschen sich, möglichst bald wieder in Vollzeit zu arbeiten.

61 Prozent wollen die ersten drei Lebensjahre komplett daheim bleiben – wenn möglich. 37 Prozent möchten das, bis alle Kinder eingeschult sind. Insgesamt wollen sogar 70 Prozent keine Vollzeitstelle annehmen, bis alle Kinder volljährig sind!

3Du tust etwas Großartiges!

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Auch wenn es kaum jemand ausspricht, wird oft so getan, als sei es irgendwie besser für die Gesellschaft, wenn Mütter erwerbstätig sind, statt sich „nur“ um Kinder und Haushalt zu kümmern. Dabei kann die Arbeit einer Mutter gar nicht hoch genug eingeschätzt werden!

Man kann deinen Erfolg zwar nicht so einfach messen wie abgeleistete Stunden und gezahlte Steuern. Aber gut erzogene, geliebte und mit einer fürsorglichen Mutter gesegnete Kinder sind eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft.

Stichwort „Generationenvertrag“: Ohne Kinder und Mütter, die sich um sie kümmern, würden Sozialstaat und Rentensystem binnen einer Generation kollabieren.

4Wissenschaftlich erwiesen: Es macht dich glücklicher!

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Einige Studien besagen, dass verheiratete Mütter unglücklicher sind als unverheiratete Frauen ohne Kinder. In Amerika. Aber in den meisten europäischen Ländern ist das anders. Die texanische Soziologin Jennifer Glass hat herausgefunden, warum:

Mutterschutz und Elternzeit sind enorm wichtig für das Mutterglück! In den USA ist das aber weniger Frauen möglich als in vielen anderen Ländern. Man kann sagen: Je früher du wieder arbeitest, desto unglücklicher macht es dich auf lange Sicht.

5Zuhause bleiben ist gut für die Mutter-Kind-Bindung!

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Dass Kinder gerade in den ersten Jahren einen sicheren Hafen bei ihrer Mutter haben, ist wichtig für ihr gesamtes späteres Leben. Die umfassende NICHD-Studie hat bewiesen, dass Kinder, die nicht so früh fremdbetreut wurden, ausgeglichener und glücklicher sind – auch später.

Einige Pädagogen gehen sogar soweit und sagen, dass eine enge Mutter-Kind-Bindung in den ersten Lebensjahren Krankheiten und psychischen Problemen im Erwachsenenalter vorbeugen kann.