In Politik und Medien wird gerne mal mit zweierlei Maß gemessen. Gut und richtig ist, was der linksbunten Regierungsagenda entspricht. Böse und schlecht dagegen, was dem zuwiderläuft.

1Tagesspiegel findet Corona-Vorschriften „lächerlich“, wenn Black Lives Matter-Linke demonstrieren, ist aber „entsetzt“, wenn „Coronaleugner“ das Gleich tun.

15.000 Demonstranten tummeln sich Anfang Juni auf dem Alexanderplatz. Eigentlich ein Fall für die Hygiene-Polizei. Der Tagesspiegel sieht das nicht so eng. Die Redaktion meint: „Rassismus wird nicht durch Abstand bekämpft wie ein Virus, sondern durch Nähe.“ Von daher seien die „peniblen Hygienevorschriften“ ebenso lächerlich wie die „Bemühungen um Abstand“.

Als sich am 1. August Hunderttausende Menschen versammeln, um gegen die Corona-Politik zu protestieren, findet der Tagesspiegel die Hygiene-Vorschriften ganz und gar nicht mehr lächerlich. Die Autorin meint: nur den „Vernünftigen, den Maskenträgern“, sei es zu danken, dass solche „Spinner“ nicht bereits von Corona dahingerafft worden seien.

Andere Artikel des Tagesspiegels zur Berliner Corona-Demo tragen Überschriften wie „Wo sind die Grenzen der Versammlungsfreiheit?“ und „Hätte die Corona-Großdemo geräumt werden müssen?“

 

2Die Frankfurter Allgemeine Zeitung feiert die Teilnehmerzahl bei Black Lives Matter-Demos, fordert bei Corona-Protesten aber einen „Kampf gegen die Herde“.

Die Corona-Demonstration von Berlin sei „eine außerhalb des Rechts“ gewesen, meint der FAZ-Autor. „Das ist nicht zu dulden.“ Zu Recht sei die Versammlung daher frühzeitig aufgelöst worden. Ob derartige Demos in Zukunft „überhaupt erlaubt werden“ sollten, sei die Frage und man müsse sie mit Nein beantworten.

Ein völlig anderer Ton herrscht bei der Frankfurter Allgemeinen bezüglich Black Lives Matter-Demos. Dort wird völlig neutral von Protesten berichtet, bei denen auf dem Alexanderplatz zig Tausende Menschen dicht an dicht standen.

Selbst die Tatsache, dass während der Proteste „93 Menschen festgenommen und 28 Polizeibeamte leicht verletzt“ wurden, scheint für die FAZ kein Anlass, hier eine kritische Haltung gegenüber den Demonstrierenden einzunehmen.

 

3Der Spiegel feiert BLM-Demos „trotz und wegen Corona“, doch die Corona-Demo Anfang August war eine „umstrittene Kundgebung“.

Beim Spiegel lässt man sich nicht zweimal bitten: ganz klare Solidarisierung auf der einen, ebenso glasklare Verurteilung auf der anderen Seite. Bei der politisch nicht genehmen Corona-Demo darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass dort „rechte Symbolik“ zu sehen gewesen sei.

Verblüffend: bei den rund 14.000 BLM-Demos sah man von einer Auflösung der Demo im Sinne des Infektionsschutzes ab. Der Grund: „Einem Bericht des NDR zufolge hätte sich das Risiko möglicher Infektionen mit dem Coronavirus sogar erhöht, wenn die Polizei versucht hätte, die Menschenmenge aufzulösen.“ Aha!

 

4Berliner Zeitung diffamiert Corona-Demonstranten als Nazis, feiert aber linke BLM-Aktivisten.

Bei der Berliner Zeitung freut man sich über den großen Zulauf bei der BLM-Demo. „Das Versammlungsgelände sei schließlich erweitert worden, um mehr Platz zu schaffen“, heißt es. Aus den angemeldeten 200 Menschen waren nach Polizeiangaben „25.000 Demonstranten geworden“. Klasse!

Völlig anders der Zungenschlag Anfang August. „Tausende von Menschen ohne Masken, oft auch ohne jeden Abstand, manche Arm in Arm“, schriebt die Zeitung empört. Die Teilnehmer der Corona-Demo – darunter „Hipster, Nazis und Normalos“ – würden damit „entgegen aller Forderungen nach Solidarität und Rücksichtnahme in der Corona-Krise“ handeln.

 

5Tagesschau zeigt sich bei BLM-Demos großzügig – bei Corona-Demos dagegen eher weniger…

Bei den BLM-Protesten wird von der ARD nur zaghaft darauf hingewiesen, dass die „Beamten“ die Teilnehmer „gemahnt“ hätten, „die Mindestabstände aus Schutz vor dem Coronavirus einzuhalten“.

Ganz anders der Ton im Bericht über die Corona-Demo. Dort liest man von „massiver Kritik“ an der „Demo gegen die Corona-Regeln“ und reiht Aussagen von Politikern aneinander, die Demonstrationsverbote verhängen und Bußgelder erteilen wollen. Tenor: „Solche Demonstrationen sind eine Gefahr für die Allgemeinheit.“

 

6Die BZ-Berlin sieht in „Corona-Leugnern“ eine Gefahr, nennt BLM-Demo aber trotz Ausschreitungen „friedlich“.

Bei der BZ-Berichterstattung über beide Demonstrationen schmeckt man ebenfalls eine leichte Voreingenommenheit heraus. Zu den Corona-Demos heißt es: „Diese Menschen sind keine Skeptiker. Sie sind eine Gefahr für jeden, der sich an die Regelungen hält, eine Gefahr für unser Gesundheitssystem, unsere Demokratie und für sich selbst.“

Die Antifa-Randale bei den BLM-Demos am Alex wird dagegen heruntergespielt. 15.000 Menschen hätten hier „friedlich gegen Rassismus“ demonstriert – obwohl schon die Überschrift das Gegenteil vermuten lässt.

Im Artikel heißt es: „Gegen 17.20 Uhr eskalierte die Situation dann ein wenig, es kam zu Flaschenwürfen. Die Polizei meldete ‚vereinzelt verletzte Kollegen und diverse Festnahmen‘.“

 

7Die Taz findet BLM-Demos „vorbildlich“, Corona-Demos aber sind eine „Gefahr“.

Bei der linken Tageszeitung zeigt man sich ebenfalls gnädig mit den BLM-Aktivisten: „Mit den Abständen geht das nicht so einfach, nein, auf dem Platz teilweise gar nicht: Das Gedränge ist zu groß.“

Bei Demonstrationen gegen die Einschränkung von Grundrechten dagegen ist man entsetzt: „Der Mindestabstand wurde nicht eingehalten, kaum jemand trug eine Maske.“ Gefährlich!

 

8Die Welt feiert „außergewöhnliches und starkes Signal gegen Rassismus“, will bei Corona-Demos aber „nicht tatenlos zusehen“.

Ja, bei der BLM-Demo wurde gegen die Hygiene-Regeln verstoßen. Und ja, auch die eine oder andere Rangelei mit Polizeibeamten habe es gegeben, aber alles in allem war es doch eine „weitgehend friedliche Demonstration im Herzen der Hauptstadt“, liest man in der Online-Ausgabe der Welt.

Etwas weniger freundlich dagegen die Meldung vom 2. August. Dort heißt es: „Nach den Hygieneverstößen vom Wochenende werden Forderungen nach einem härteren Umgang mit den Regelbrechern lauter.“ Und weiter: „Pöbler und Randalierer müssten konsequenter bestraft werden.“

 

9SPD-Chefin Saskia Esken hetzt gegen sogenannte „Covidioten“, bedankt sich aber für großartige Black Lives Matter-Demos.

Die Co-Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, kann offenbar bis heute keinen Widerspruch in ihren Äußerungen erkennen. Etliche Twitter-Nutzer haben bereits versucht, sie auf die minimalen Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen. Ohne Erfolg.

Dass die Black Lives Matter-Proteste keineswegs „friedlich“ waren und auch dort weder Masken getragen noch Abstand gehalten wurde, weiß sie offenbar auch nicht. Wer sagt es ihr?

 

10Linken-Politiker Michael Neuhaus findet BLM-Demos „geil“, sieht bei Corona-Demos aber nur Idioten, die das „Massensterben“ wollen.

Michael Neuhaus (Linke) kann „#blacklifematters“ zwar nicht einmal richtig buchstabieren,  er ist sich aber ziemlich sicher, dass die „Covidiots“ unverantwortliche Trottel sind, die nur durch Leichenberge lernen. Auf der anderen Seite – mit Blick auf BLM – ist es natürlich „richtig stabil“, wenn viele Menschen für eine Sache demonstrieren, die er „geil“ findet.