Die spanische Kleinstadt Bembibre, eine Autostunde von León entfernt, erlangte durch eine Frau traurige Berühmtheit in ganz Europa – weil die ihre Vagina zugeklebt hat, um ihren Ex-Freund ins Gefängnis zu bringen.

Ein ziemlich unperfektes Verbrechen

Im Oktober 2016 entschied sich Vanesa Gesto, ihrem Ex-Freund eine Lektion zu erteilen. Um ihn in den Knast zu bringen, täuschte sie eine Entführung und schwere Misshandlungen vor.

Auf die Spitze trieb sie das Ganze, indem sie sich Messerwunden zufügte und ihre Vagina mit Klebstoff füllte. So misshandelt und halbnackt soll ihr Ex-Freund Ivan Rico sie zurückgelassen haben. Daraufhin saß er mehrere Tage lang in Untersuchungshaft.

»Unsere Mama weinte tagelang, nachdem er verhaftet wurde.«

Rafael Rico widersprach von Anfang an den Vorwürfen gegen seinen Bruder. Ivan habe in der Tatnacht geschlafen. „Unsere Mama weinte tagelang, nachdem er verhaftet wurde“, sagte Rafael. Schon bald kamen auch den Ermittlern Zweifel über Vanesa Gestos Version der Tat.

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Das einzige Fahrzeug, das in der Tatnacht an dem angeblichen Entführungsort gesehen wurde, war kein schwarzes, wie Gesto behauptet hatte, sondern ein Müllwagen. Für die angebliche Entführung gab es keinen einzigen Beweis.

»Ich fühle mich gedemütigt und hintergangen.«

Gestos Lügen flogen auf, als sie auf dem Überwachungsvideo eines chinesischen Supermarktes identifiziert werden konnte. Dort hatte sie Klebstoff, Messer und andere Dinge gekauft, um ihre Entführung und Misshandlung vorzutäuschen.

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Gestos Anwältin Emilia Esteban gab daraufhin die Verteidigung ab: „Ich glaubte Vanesa die ganze Zeit und deshalb habe ich sie verteidigt. Ich fühle mich gedemütigt und hintergangen.“ Gesto musste sich für das Verfahren also einen neuen Anwalt suchen.

»Kleberlügnerin« muss jetzt selbst in den Knast

Am Provinzgericht von León wurde nun gegen Vanesa Gesto verhandelt. Die Presse gab ihr den Namen „La mentirosa del pegamento“ („die Kleberlügnerin“). Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 8 Monaten.

Jetzt kam es zum Urteil: Die Kleberlügnerin muss 10 Jahre ins Gefängnis und ihrem Ex-Freund 25.000 € Entschädigung zahlen.