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Jeanne Pouchain ist tot, sagen französische Behörden. Dass sie ziemlich lebendig ist, wollen sie der Dame nicht glauben.

Wie kam es dazu?

Jeanne Pouchain besaß ein Reinigungsunternehmen. Als diesem Unternehmen ein großer Auftrag verloren ging, musste sie eine Putzfrau entlassen. 20 Jahre später kam die auf die Idee, vor Gericht gegen die Kündigung zu klagen. Womöglich um es vor den Richtern leichter zu haben, behauptete sie, ihre Ex-Chefin Pouchain sei tot.

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Obwohl es keinen Beweis für Pouchains Tod gab, glaubte das Gericht der Klägerin, verschickte keine Vorladung an Pouchain, sondern erklärte sie für verstorben. Das Verfahren wurde in Abwesenheit gegen das Unternehmen geführt und ein Schadensersatz von 14.000 Euro festgesetzt.

Jeanne Pouchains Geschichte geht derzeit um die Welt.
Screenshot – via AP News

Jeannes Gatte und ihr Sohn wurden dann zur Zahlung verurteilt. Pouchains Auto wurde beschlagnahmt und weder sie noch ihr Ehemann hatten Zugriff auf ihr gemeinsames Bankkonto.

„Ich existiere nicht mehr“, sagte Pouchain Associated Press. „Ich tue nichts mehr. Ich sitze auf der Veranda und schreibe.“ Die Putzfrau erklärte, Pouchain sei selbst schuld, da sie vorher nie auf Briefe reagiert habe.

»Zuerst fiel es mir schwer, meiner Mandantin zu glauben.«

2017 ist Jeanne Pouchain für tot erklärt worden und seitdem kämpft sie mit ihrem Anwalt gegen dieses Justizversagen. „Zuerst fiel es mir schwer, meiner Mandantin zu glauben“, erklärte hier Anwalt, Monsieur Cormier. Die Entscheidung des Gerichtes von Lyon sei ein „schwerer Fehler“ und solch einen „verrückten“ Fall habe er noch nie gehabt.

Die Richter zeigen „extreme Zurückhaltung, ihren Fehler richtigzustellen“. „Wenn ein Fehler so riesig ist, fällt es schwer, ihn zuzugeben“, sagt Cormier. Pouchain will ihrer ehemaligen Angestellten nicht vergeben, möchte ihren Namen aber nicht veröffentlichen. Sie hofft nur auf die Justiz: „Es ist meine letzte Chance, mein Leben zurückzubekommen.“