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Die Begründung für das Unternehmens-Aus ist wirklich kreativ.

Zwischen veganen Sandwiches und Vulva-Malereien

Handsome Her (‚Hübsche Sie‘) ist ein Ort von Frauen für Frauen“, schrieben die Betreiber des veganen Cafés im kanadischen Melbourne auf ihr Ladenschild. Gleich zu Beginn wurden Regeln aufgestellt. Bei der Sitzplatzverteilung hatten Frauen Priorität. Außerdem mussten Männer zunächst 18, dann 21 Prozent Preisaufschlag zahlen.

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Screenshot via Youtube

Diese Zahlen basierten auf Studien über den sogenannten „Gender Pay Gap“. Die These: Männer erhalten für dieselbe Arbeit im Schnitt 18 bis 21 Prozent mehr Gehalt als Frauen. Überflüssig zu erwähnen: In Wirklichkeit wurde der Gender Pay Gap mehrfach widerlegt. Berücksichtigt man die Berufswahl der Geschlechter, ist der Gehaltsunterschied kaum nennenswert.

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Des Weiteren wurde bei Handsome Her nur Musik gespielt, die von Frauen geschrieben und gesungen wurde. Die Deko bestand aus Vulva-Malereien und Abbildungen von benutzten Menstruationsprodukten.

»Kannst du gleichzeitig Feministin sein und mit Männern ficken?«

Das Café hielt diverse Veranstaltungen ab, die der Unternehmensphilosophie entsprachen. Beispielsweise Speed-Dating-Events nur für Lesben. Aber auch eine Veranstaltung unter der Überschrift: „Kannst du gleichzeitig Feministin sein und mit Männern ficken?“

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Die Diskussionsgrundlage laut Veranstaltungsbeschreibung: Heterosexuelle Frauen hätten am meisten Hausarbeit und am wenigsten Orgasmen. „Können Frauen wirklich ihr Potential ausschöpfen, wenn sie ihr Leben mit Männern verbringen?“

Kunde wird als »verfickter Latino-Macho« beleidigt

In Online-Bewertungen klagten Café-Besucher bald über sexistisches Verhalten der Betreiberinnen. Ein Mann wurde demnach als „verfickter Latino-Macho“ bezeichnet.

Trans-Frauen wurden aufgrund ihres biologischen Geschlechts als Männer behandelt und beschwerten sich, dass sie die „Männer-Steuer“ bezahlen mussten, obwohl sie sich als Frauen identifizieren.

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Handsome Her widersprach der Behauptung und schrieb, den Aufpreis zahlen Männer freiwillig: „Es gab Männer, die durch die ganze Stadt fuhren, um uns zu besuchen und die Männer-Steuer zu zahlen und noch mehr ins Spendenglas zu werfen.“

Feministen »wollten einfach kein Café mehr haben«

Nach zwei Jahren schloss das vegane Feministen-Café. Handsome Her beklagte, dass die Anfeindungen ebenso aus der LGBT-Community wie von Männerrechtsaktivisten kamen.

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Grund für das Unternehmens-Aus seien aber weder Shitstorms noch eine verfehlte Unternehmenspolitik oder mangelnde Einnahmen.

Sie „wollten einfach kein Café mehr haben“, so die beiden Geschäftsführerinnen. „Echt jetzt, wir haben das Geschäft verkauft, weil wir jung, gebildet und auf dem Weg zu unserem nächsten Abenteuer sind.“