Immer wieder betonen Feministinnen in der Öffentlichkeit, dass es ihnen nicht um Männerhass oder einen Kampf zwischen den Geschlechtern ginge. Eine französische Feministin tat jetzt das genaue Gegenteil und veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Ich hasse Männer“.

Feministisches Männerhass-Buch: Sonderberater des französischen Gleichstellungsministeriums fordert Verlag dazu auf, Buch zu entfernen

„In Ordnung, ich gebe es zu: Ich hasse Männer. Wirklich alle? Ja, alle. Ich mag sie alle nicht“, schreibt die 25-jährige Autorin Pauline Harmange in ihrem Buch, das zuletzt in Frankreich im Mittelpunkt öffentlicher Debatten stand.

Englischsprachige Version des Buches ist auf Amazon erhältlich.
Screenshot Amazon

Sogar ein französischer Regierungsmitarbeiter schaltete sich ein und drohte, die Autorin und ihren Verlag für die Anstiftung zum Hass zu verklagen.

So schrieb Ralph Zurmély, Sonderberater des französischen Ministeriums für Geschlechtergleichstellung, dem Verlag des umstrittenen Werks:

„Dieses Buch ist offensichtlich eine Ode auf den Männerhass. Ich möchte Sie erinnern, dass die Anstiftung zum Hass aufgrund des Geschlechts eine Straftat darstellt! In der Konsequenz fordere ich Sie dazu auf, dieses Buch unverzüglich aus Ihrem Katalog zu entfernen.“ Ansonsten drohe dem Verlag eine Strafverfolgung.

Autorin zeigt sich gnädig: »Mein Ziel ist es nicht, die Männer auszulöschen.«

Für die Feministin, die meint, dass „Wut auf Männer eigentlich ein erfreulicher und emanzipatorischer Weg“ wäre, lohnte sich die Aufregung um ihr Buch: Die Verkaufszahlen verfünffachten sich.

Pauline Harmange mit ihrem Buch „Ich hasse Männer.“
Pauline Harmange

Colline Pierre, eine der Gründerinnen des Verlagshauses, verteidigte ihre Autorin indes gegen die Kritik: „Der Titel ist provokativ, aber die Sprache ist gemäßigt. Es ist eine Einladung dazu, sich Männern gegenüber nicht zu verpflichten und keine Kompromisse mit ihnen zu schließen. An keiner Stelle ruft die Autorin zur Gewalt auf.“

Harmange selbst versteht sich ebenfalls als gemäßigt. Sie sagt: „Mein Ziel ist es nicht, die Männer auszulöschen.“ Sie wolle lediglich deren unterstellte Privilegien zerstören.

In einem Interview mit der linken Zeitschrift „taz“ gibt die Feministin dafür auch eine konkrete Handlungsanweisung: Erst das völlige Ignorieren von Männern könne die Gesellschaft verändern.