Feministen aus Australien fordern, dass wissenschaftliche Begriffe, die nach „Männern, Königen und Göttern“ benannt wurden, nun umbenannt werden sollen. Warum? Sie seien sexistisch und frauenfeindlich.

Medizinische Wörter sind frauenfeindlich?

Die Gynäkologin, Dozentin und Feministin Dr. Kristin Small will, dass ihre Studenten „irrelevante und frauenfeindliche“ Wörter weglassen. Sie selbst nennt diesen Vorgang „Dekolonisierung der Sprache“.

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Wörter wie Adamsapfel oder Achillessehne, Douglas-Raum oder Eustachi-Röhre sollen ersetzt werden. Das sind alles Körperteile, die nach realen oder fiktiven Persönlichkeiten benannt wurden, die in einer besonderen Beziehung zu ihnen stehen.

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So heißt die Achillessehne bekanntlich so, weil der griechische Sagenheld Achilles nur an seiner Ferse verwundbar war. Der Douglas-Raum dagegen ist eine für viele frauenärztliche Eingriffe wichtige Stelle im weiblichen Becken, die zuerst von dem Anatomen James Douglas erforscht wurde.

Doch für die linke Dozentin spielen weder Merkhilfen noch große wissenschaftliche Leistungen eine Rolle. Für sie sind das nichts weiter als „Namen toter Männer“.

Abschaffung von Fachbegriffen für bessere Kommunikation?

Dr. Nisha Khot, ebenfalls Gynäkologin, bringt angehenden Ärzten bereits bei, „alternative Begriffe“ zu benutzen und meint, ihre sensiblen Lehrlinge wären „oft schockiert, wenn sie die Ursprünge einiger medizinischer Begriffe hören“.

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Sie ist sich sicher: „Es ist für die Mediziner, aber auch für die Patienten, sinnvoll, verständlichere Begriffe zu verwenden.“

Einziges Problem dabei: Genau aus diesen Gründen der Verständlichkeit heißen die Körperteile ja so, wie sie eben heißen.

Ideologische Umbenennung kann schnell gefährlich werden

Gerade in einer Zeit, in der hochqualifizierte medizinische Fachkräfte sich oft aussuchen können, in welchem Land sie arbeiten, sind einheitliche Bezeichnungen ein Segen.

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Aus Gender-Gründen auf die erprobten und bekannten Fachbegriffe zu verzichten, würde dagegen schnell zu Chaos führen. Ärzte und Krankenpfleger würden einander nicht mehr ohne Weiteres verstehen.

Im hektischen Krankenhausalltag, wo bei angespannter Personallage gute Kommunikation essenziell ist, wären ideologische Umbenennungen schnell eine Gefahr für die Patienten.