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Auf Twitter sorgt eine Forderung der FDP-Nachwuchsorganisation erneut für Kritik: In einem Beschluss von 2007 forderten die Jungen Liberalen Straffreiheit für Geschwister, die miteinander Kinder bekommen. Seitdem wurde der bundesweit geltende Beschluss immer noch nicht gekippt – jetzt kocht er wieder hoch.

Twitter-Kontroverse: Junge Liberale und Grüne gemeinsam für Legalisierung von Sex innerhalb der Familie

Schon damals hatten sie mit ihrem Vorstoß für Schlagzeilen gesorgt: 2007 fassten die Jungen Liberalen einen Beschluss, der vorsah, das in Deutschland herrschende Inzest-Verbot aufzuheben. Wörtlich heißt es:

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»Die Julis fordern die Aufhebung des §173 StGB (Beischlaf zwischen Verwandten).«

Jetzt sorgte ein Twitter-Posting für Aufmerksamkeit, in dem Nutzer @Berlin_Park, laut Twitter-Bio JuLi-Mitglied aus Brandenburg, erneut zur Legalisierung von Inzest aufruft. Dabei bezieht er sich auf den besagten Beschluss von 2007 und wies auch auf die Unterstützung durch die Grüne Jugend hin.

Tatsächlich findet sich auf der Homepage der Parteijugend der Grünen ein Dokument mit dem Titel „Selbstverständnis“, in dem zu lesen ist: „Auch Geschwister sollen Kinder bekommen und Familienverträge abschließen dürfen, ohne dafür bestraft zu werden.“

Mit seiner Meinung ist das anonyme JuLi-Mitglied aber keineswegs allein – auf Twitter bekommt seine Forderung viel Unterstützung – sogar aus dem CDU-Umfeld. So drückten der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Herrenberg, Swen Menzel und der Vorsitzenden der JU Seevetal, Niklas Hintze ihre mutmaßliche Unterstützung für die Legalisierung von Geschwister-Sex mit einem Like des Posts aus.

»Sonntags einkaufen und danach mit der eigenen Mutter und Schwester ins Bett steigen?«

Twitter-Nutzer Andreas Hallaschka kritisierte den Vorstoß der Jungen Liberalen auf Twitter mit den Worten: „Sonntags einkaufen und danach mit der eigenen Mutter und Schwester ins Bett steigen. Ihre #Julis“.

Doch der FDP-Nachwuchs fühlte sich von der Kritik anscheinend alles andere als provoziert – so antwortete Max Zimmermann, FDP-Mitglied aus Münster und Autor beim liberalen Schüler-Blog „Apollo News“: „Sollte in einem freien Land beides kein Problem sein.“ In einem weiteren Posting sprach sich Zimmermann daneben auch für die Legalisierung von Organhandel aus.

Auch der Landesvorsitzende der Brandenburger JuLis, Matti Karstedt, bezog Stellung zur Inzest-Kontroverse: „Ich würde mir die Forderung so verkürzt nicht zu eigen machen, halte sie aber insbesondere vor der Hintergrund der Argumentation des Ethikrats für legitim & vertretbar.