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Erst war es nur ein einzelner Tweet, dann wurde ein bundesweiter Skandal daraus. Ein JuLi-Mitglied positionierte die Jungliberalen nah bei den Grünen. Beide stünden für die Legalisierung von Inzest und damit „für ein modernes Weltbild.“

Nach einer FlinkFeed-Recherche veröffentlichte nun der Bundesverband der Jungen Liberalen eine Stellungnahme. Und die sorgte für eine Welle der Empörung.

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Offizieller Account bestätigt: JuLis sind tatsächlich für Inzest-Legalisierung

Die Forderung der Jungen Liberalen, Inzest zu legalisieren, ist nicht neu. Bereits 2007 hatte die Jugendorganisation der FDP beschlossen, sich für die Abschaffung von Paragraph 173 des Strafgesetzbuches einzusetzen. Darin wird der Geschlechtsverkehr unter Verwandten unter Strafe gestellt.

Screenshot Julis.de

Der Verband, den der Philosophiestudent Jens Teutrine als Bundesvorsitzender leitet, veröffentlichte nun allerdings eine Erklärung, warum die JuLis auch 2020 noch für die Legalisierung von Inzest eintreten.

Die zwölf Tweets lange Stellungnahme richtete sich „an alle, die glauben, wir würden zurückrudern oder uns schämen, weil wir den Paragraph 173StGb (Beischlaf mit Verwandten) abschaffen wollen“. Die JuLis halten fest: „Das ist unsere Position und wir finden sie richtig.“

So begründen die Jungen Liberalen ihre Position

Laut der Erklärung der JuLis sollte Inzest straffrei bleiben, weil es „bei diesem ‚Verbrechen‘ keine Opfer gibt.“ Weder Staat noch Gesellschaft gehe es etwas an, „wenn zwei einwilligungsfähige Personen sich entschließen, Sex zu haben.“ Auch dann nicht, wenn es sich beispielsweise um Mutter und Sohn oder Geschwister handelt.

Inzest sei dabei von Inzucht zu trennen, denn „nicht jeder Geschlechtsverkehr führt zur Empfängnis“. Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass Kinder, die unter nah Verwandten gezeugt werden, ein höheres Risiko für Behinderungen haben. Die JuLis positionieren sich allerdings so:

„Wer Inzucht mit dem Argument eines erhöhten Risikos für Behinderungen verbieten will, betreibt menschenverachtende Eugenik“ und müsse dann auch „allen Menschen mit vererbbaren Nachteilen die Fortpflanzung verweigern.“ Der Inzest-Paragraph 173 StGb sei insgesamt lediglich „ein Abbild religiöser Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Ekels“ und verfolge „keinen rationalen Zweck.“

Heftiger Shitstorm überschwemmt JuLis mit Ablehnung

Viele Twitter-Nutzer reagierten empört auf die Erklärung und kritisierten die Jungen Liberalen scharf. Da half es auch nicht, dass der Text auf eine Stellungnahme des Ethikrats verwies, der „mehrheitlich eine Revision“ des Inzest-Paragraphen befürwortet.

Eine Userin attestierte den Jungliberalen ironisch, „immer den richtigen Riecher für die wichtigen Themen“ zu haben. Während Deutschland mitten im Lockdown steckt, kümmere sich die Jugendorganisation der FDP darum, dass der Beischlaf unter Verwandten legalisiert wird.

Innerhalb weniger Stunden trendeten gleich mehrere Hashtags auf Twitter: #JuLis, #Inzest, #Geschwister, #Schwester und auch – in Verbindungen mit zahlreichen einschlägigen Witzen – #Saarländer.

Darüber freute sich auch das JuLi-Mitglied, dessen Tweet den Anstoß zu dem inzwischen bundesweiten Eklat gab. Der junge Mann postete einen Screenshot der JuLi-dominierten Twitter-Trends mit den Worten: „We did it!“