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An einer US-amerikanischen Universität entschloss man sich jüngst dazu, ein Wandbild zu entfernen. Dessen Inhalt: absolut harmlos. Doch jetzt muss das Bild weg – weil es zu viele weiße Menschen darstellt.

Studenten fühlen sich unwohl

Als Arthur „Art“ Sherman wie unzählige andere junge US-Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg heimkehrte, begann er an der University of Rhode Island zu studieren. Gemeinsam mit anderen Veteranen sammelten er und seine Mitstudenten Geld, um der gefallenen Soldaten zu gedenken. In Folge der Aktion gründete sich die Studentenvereinigung „Memorial Union“.

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Die Szenen zeigen auch heimkehrende Soldaten, wie es zur Zeit der Entstehung alltäglich war.
Screenshot YouTube

Weil der heute 95-Jährige gerne Cartoons zeichnete, baten seine Freunde ihn, ein Wandgemälde zur Gründung der neuen Studentenvereinigung zu malen. Dass man sein Werk eines Tages mit einer Plane abdecken würde, hätte er wohl nie gedacht. Der Grund ist bizarr und er hätte nie darauf kommen können.

Wandgemälde muss weg, weil es die Diversity der Uni nicht abbildet

„Ich hatte Beschwerden darüber erhalten, dass das Wandgemälde eine sehr homogene Bevölkerung abbilden würde“, erklärte Cathy Collins, Vize-Präsidentin für studentische Angelegenheiten, dem Fernsehsender WJAR-TV.

Cathy Collins wendet sich gegen das als unzeitgemäß empfundene Gemälde.
Screenshot YouTube

Dann kam die Sprache schnell auf die „Black Lives Matter“-Bewegung: „Ich denke, dass wir die schrecklichen Vorfälle um George Floyd und andere in dieser angespannten Zeit zur Kenntnis nehmen und uns Teile unserer Universität genau anschauen müssen, die vielleicht nicht repräsentieren, wie divers wir heute sind.“

So wurde das Wandgemälde abgedeckt.
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Das letzte Wort der Vize-Präsidentin: „Wir mussten eine schwere Entscheidung für die Zukunft der Universität treffen und wir denken daran, wer heute unsere Studenten sind und wer morgen unsere Studenten sein werden.“

Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt überdeckt ein schwarzes Banner mit dem Logo der Universität die Wand, wo das Gemälde zu sehen war.

Tochter des Künstlers erhebt Einspruch und schlägt Alternative vor

Die Tochter des Künstlers, Pamela Sherman, ist nicht einverstanden mit der Entfernung des Kunstwerks und kritisiert die Entscheidung: „Es ist furchtbar! Wir sind mit diesem Wandgemälde aufgewachsen. Wir wollen unsere Vergangenheit nicht vergessen.“

Weiße Amerikaner am Strand: Rassismus oder nicht?
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Zwar beteuerte die Universität, dass man das Wandgemälde ja immer noch auf Fotos anschauen könne. Aber Sherman erwiderte, dass die Fotografie eines Bildes nicht mit dem Original vergleichbar sei.

Stattdessen schlug sie einen anderen Weg vor: „Lasst uns auf unsere Geschichte schauen und die Perspektiven aller Generationen darin miteinbeziehen. Wir würden uns über neue Kunstwerke freuen, aber lasst sie uns nebeneinanderstellen, um die Entwicklung der Universität abzubilden.“