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Bessere Gesundheit nach einer Geschlechtsumwandlung? Das versprach zumindest eine Studie. Bis die Autoren ihre Ergebnisse zurücknehmen mussten.

Plastische Eingriffe = Wunderheilmittel?

Im Oktober 2019 war in der wissenschaftlichen Zeitschrift The American Journal of Psychiatry eine bahnbrechende Studie erschienen. Durch operative Geschlechtsumwandlungen, so die Autoren, sinke der Bedarf der Betroffenen an psychiatrischen Therapien signifikant.

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Die Publikation ist inzwischen beim American Journal of Psychiatry als „korrigiert“ vermerkt.

Im Klartext: Wenn beispielsweise ein Mann Probleme mit seiner geschlechtlichen Identität hat, seien chirurgische Eingriffe das beste Heilmittel. Dazu zählt unter anderem die Kastration und ein irreversibles Umformen der männlichen Geschlechtsteile zu einer künstlichen Vagina (sog. „Penisvagination“).

»Im falschen Körper geboren«

Die Studie stützte die Behauptung, Transsexuelle seien „im falschen Körper geboren“ und die komplexen Eingriffe daher früher als bislang üblich durchzuführen. Auch in den Medien war die Arbeit ein wichtiges Argument, um Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörungen die chirurgischen Eingriffe leichter zugänglich zu machen.

Geschlechtsumwandlungen sind große, folgenschwere Operationen, die bis zu 10 Stunden dauern können.

Um dieses Narrativ zu flankieren, benutzten einige Autoren sogar ideologisch aufgeladene Begriffe wie „geschlechtsbejahende Operationen“. Selbst die spätere Korrektur sprach von „geschlechtsfördernden chirurgischen Eingriffen“. Kritiker bemängelten diese Worte als Euphemismus, da es im Kern der OP tatsächlich um die unwiederbringliche Zerstörung von Geschlechtsmerkmalen gehe.

Druck durch andere Wissenschaftler

Kurz nach Veröffentlichung der Studie hagelte es Kritik. Schon im November stellte ein Beitrag der Fachzeitschrift Public Discourse des Witherspoon Institute aus New Jersey klar, dass die Datenlage geradezu das Gegenteil belegt, und forderte eine Richtigstellung.

Transgender haben viel häufiger psychiatrische Probleme als der Durchschnitt der Bevölkerung.

The American Journal of Psychiatry ließ die Studie daraufhin statistisch überprüfen und legte den Autoren die Ergebnisse vor. Diese haben sich dann erst im August 2020 gezwungen gesehen, ihre Studie zu korrigieren!

Eine Korrektur, die es in sich hat

Das neue Studienergebnis schwächt die ursprüngliche Behauptung nicht nur ab, sondern verkehrt sie sogar ins Gegenteil: „Die Ergebnisse zeigten […] keinen Vorteil einer Operation in Bezug auf nachfolgende stimmungs- oder angststörungsbedingte Gesundheitsversorgungsbesuche oder Verschreibungen oder Krankenhausaufenthalte nach Selbstmordversuchen.“

Nur wenige Medien berichteten über die Korrektur der Studieninterpretation.

Während die falsche Studie international durch die Medien ging, ist das Echo der Korrektur auffallend mager ausgefallen. Bis auf den amerikanischen Sender CBN-News haben ausschließlich konservative Medien berichtet. Dass Menschen mit Identitätsstörungen dadurch falsche Hoffnungen gemacht werden, scheint die Befürworter unwahrer Behauptungen nicht zu kümmern.