Ein merkwürdiges Phänomen: immer wieder werden Fälle rechter Gewalt einfach erfunden – um Mitleid zu erregen, Schlagzeilen zu machen oder politisches Kapital daraus zu schlagen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen: Hier sind nur einige Beispiele für linke Kreativität im Kampf gegen rechts.

 

1Soldat denkt sich rassistischen Angriff aus

via Morgenpost

Am 2. September 2019 schlendert ein 25-jähriger Obergefreiter der Bundeswehr mit türkischen Wurzeln durch Neukölln. Dann wird er unvermittelt attackiert. Die Angreifer schlagen und treten auf ihn ein und rufen: „Nur Deutsche dürfen die Uniform eines Soldaten tragen“.

Der Staatsschutz nimmt die Ermittlungen auf. Von einem rassistischen Hassverbrechen ist die Rede. Selbst Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war empört: „Ich verurteile jeden Übergriff auf Soldatinnen und Soldaten.“ Dann kommt heraus: Alles Fake. Das Opfer hatte die Tat nur vorgetäuscht.

 

2Drei Fantasie-Nazis attackieren Linken-Politiker

via Zeit Online

Julian Kinzel, Kreisvorstandsmitglied der Schweriner Linken, überlebt Anfang Januar 2016 nur knapp den Anschlag eines Nazi-Trios. Vor dem Bahnhof in Wismar sei er niedergeschlagen, als „schwule Kommunistensau“ beschimpft und mit 17 (!) Messerstichen attackiert worden. Die Täter hätten „szenetypische“ Kleidung der Marke Thor Steinar getragen.

Linksfraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch, ist fassungslos: „Welcher Hass und welche kriminelle Energie muss in Menschen stecken, die den Tod eines Zwanzigjährigen in Kauf nehmen, dessen politische Gesinnung ihnen nicht gelegen ist?“

Nach Ermittlungen des Staatschutze kommt heraus: Kinzel hat den Überfall erfunden. Laut Polizei Rostock sei es „hinreichend wahrscheinlich“, dass Kinzel sich die Wunden selbst beigefügt hat.

 

3Mann stolpert und erfindet Nazis als Ausrede

via Stern

Ein 30-jähriger Italiener spaziert in der Nacht des 14. Mai 2006 durch den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Offenbar angetrunken, fällt er – das zeigen die Aufnahmen der Überwachungskamera – am S-Bahnhof Alexanderplatz torkelnd ins Gleisbett. Dabei verletzt er sich an Kopf und Knie. Der Mann wird ins Krankenhaus gebracht und notoperiert.

An sein Missgeschick will er sich wenig später nicht mehr erinnern. Er sei von „drei kahlköpfigen, schwarz gekleideten Männern zunächst wegen seiner Nationalität als ‚Scheiß-Ausländer‘ beschimpft worden“. Daraufhin habe ihm einer „mit einem Baseball-Schläger“ eins übergezogen. (Welt Online)

Stern Online schreibt, dass der erfundene Angriff „Bestürzung und Warnungen vor einem zunehmenden fremdenfeindlichen Klima in Deutschland ausgelöst“ habe. Als Reaktion auf den vermeintlichen Überfall hatten laut Stern daraufhin „mehrere Hundert Menschen in Berlin an einer Demonstration gegen rassistische Übergriffe teilgenommen“.

 

4Asylbewerber fällt vom Fahrrad – erfindet Nazi-Attacke

via Stuttgarter Nachrichten

„Die Polizei bittet dringend um Mithilfe“, schreiben die Stuttgarter Nachrichten am 14. Oktober 2019. Warum der Alarm? Ein 39-jähriger Iraker sei zwei Tage zuvor in Fellbach von mehreren Tätern angefahren und verprügelt worden. Schwer verletzt habe er sich zu seiner Unterkunft zurückgeschleppt.

Eine Woche später liegt das Ermittlungsergebnis vor: Fake! Der Asylbewerber war „alleinbeteiligt gestürzt“. Den Angriff habe er sich „nur ausgedacht“. Und: „Ein Paketlieferant und ein Anwohner hätten ihn gefunden – diese hätten ihn nicht verprügelt, sondern ihm erste Hilfe geleistet.“

Die Nachricht von dem angeblichen Angriff hatte sich im Internet „rasch verbreitet“, weil immerhin „der Verdacht auf einen fremdenfeindlichen Angriff“ nahegelegen habe, heißt es in den Stuttgarter Nachrichten.

 

5Pakistaner verletzt sich selbst – für Opferbonus?

via PNP

Am 12. November 2018 wird im oberbayerischen Schongau ein 28-jähriger Pakistaner schwer verletzt am Straßenrand gefunden. Ein Hubschrauber bringt ihn in eine Klinik. Nach Aussage des Mannes, sei er angegriffen worden. Die Kripo ermittelte laut Passauer Neue Presse wegen „eines versuchten Tötungsdeliktes“.

Schon bald kommen den Ermittlern Zweifel an der Erzählung des Opfers. Wenig später die Überraschung: „Wie die Polizei am Freitag berichtete, hat der 28 Jahre alte Pakistaner mittlerweile zugegeben, sich selbst verletzt zu haben.“ „Das Motiv des Mannes ist derzeit noch unklar“, sagt ein Polizeisprecher. Eine „politische Intention“ könne aber „ausgeschlossen werden“.

 

6Für den Karriere-Boost: US-Schauspiel-Star erfindet rassistischen Angriff

via Welt

Jussie Smollett war der Star der Fox-Serie „Empire“. Anfang 2019 wird er nach eigenen Angaben von zwei Vermummten in Chicago überfallen. Sie hätten ihn „zusammengeschlagen, rassistisch und homophob beschimpft und ihm eine Schlinge um den Hals gelegt“ (Welt Online). Während der Attacke sollen sich die Angreifer mit dem Ruf „Das ist MAGA-Land!“ als Trump-Unterstützer geoutet haben.

Die Ermittlungen zeigen: Smollett hat den Angriff frei erfunden. Die beiden „Täter“ habe er für den Fake-Angriff engagiert und bezahlt. Und: Vor dem vermeintlichen Angriff hat sich der 36-Jährige einen an sich selbst adressierten Drohbrief geschickt.

 

7Libyscher Asylbewerber schmiert Hakenkreuze in Görlitzer Altstadt

via Bild

Am 10. November 2017 rückt in Görlitz die Putztruppe an. Der historische Brunnen am Görlitzer Postplatz war mit blutigen Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Tat eines irren Rechtsradikalen? Tatsächlich nicht. Wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole werde gegen einen 26-jährigen Libyer ermittelt, so die Polizei damals.

Der Asylbewerber habe nach einem familiären Streit eine Tür eingeschlagen, so die Bild-Zeitung. Dadurch habe er sich an der Hand verletzt und mit seinem Blut den Eingang eines Wohnhauses sowie auch die Scheibe eines Geschäftes mit Hakenkreuzen beschmiert. Das Motiv ist unklar, sehr wahrscheinlich geht das Verbrechen aber in die Statistik rechter Straftaten ein.

 

8Asylbewerber tötet Asylbewerber – und PEGIDA ist schuld

via Tagesspiegel

Der Asylbewerber Khaled Idris aus Eritrea wird am 12. Januar 2015 im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra mit mehreren Messerstichen getötet. Sofort haben linke Medien und Politiker den Fall gelöst: eindeutig ein rassistisches Motiv! Ein Rechtsradikaler, vermutlich Mitläufer bei PEGIDA, müsse verantwortlich sein. So wird es bundesweit und sogar international berichtet.

Am 22. Januar 2015 dann die Wende: Ein Mitbewohner des Getöteten, der 26-jährige Hassan S., gesteht die Tat. Er habe das Opfer aufgrund eines Streits über die „Haushaltsführung“ ermordet. Viele Medien lassen ihre ursprünglichen Berichte aber einfach unverändert. Hinweise auf den wahren Täter fehlen oft. Entschuldigungen für die falschen Verdächtigungen sucht man vergeblich.

 

9Linker schreibt Nazi-Drohbrief, um Aufmerksamkeit für Die Linke zu erzeugen

via Welt

Am 6. Juni flattert dem Schatzmeister des Linken-Kreisverbandes Landau in Rheinland-Pfalz, Daniel Emmerich, ein Brief ins Haus. Adressiert ist der an „Antifa-Terroristen“. Darin befunden haben sollen sich vier Patronen und die Namen von ihm und drei weiteren Parteifreunden.

Einer davon, Linken-Stadtrat Bastian Stock, tippt nach Erhalt des Briefes eine Pressemitteilung: „Rechter Terror hat in Deutschland Hochkonjunktur. Denn diese Morddrohung erreicht uns ein Jahr nach dem Mordanschlag an Walter Lübcke.“

Mitte Juni klärt sich alles auf: Ein 63 Jahre altes Ex-Mitglied der Partei hatte den Brief verschickt. Als Motiv für die Tat nannte der den Wunsch, „die Linkspartei aufgrund der zu erwartenden Berichterstattung wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit“ zu rücken. Das ist gelungen.

 

10Schwarzer Rennfahrer verkauft einfaches Seil als Nazi-Drohung

via Motorsport Total

Der einzige afroamerikanische Rennfahrer in der amerikanischen NASCAR-Szene heißt Darrell „Bubba“ Wallace. Mitte 2020 wird in seiner Garage ein Seil gefunden, das an einen „Strick“ erinnert. Wallace sagt:

„Dieser widerwärtige rassistische Hass-Akt macht mich unglaublich traurig. Er ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, was für einen weiten Weg wir als Gesellschaft noch vor uns haben und wie hartnäckig wir in unserem Kampf gegen Rassismus sein müssen.“

Die Sportdirektion schaltete das FBI ein. Die Ermittler kommen nach gründlicher Untersuchung zu dem Ergebnis: „Fotografische Beweise bestätigen“, dass die Schlinge Teil eines „Garagentor-Zugseils“ gewesen sei, dass bereits „im letzten Herbst platziert worden ist“ – also lange bevor Wallace die Garage zugeteilt bekam.

 

11Linke Zeitung deutet Arbeitsunfall als Nazi-Sprenganschlag

via taz

„War es ein rechter Anschlag?“, fragt die Taz ganz uneigennützig Mitte 2020. Ein libanesischer Imbiss auf der Neuköllner Sonnenallee war zuvor in Flammen aufgegangen. Sofort wurde dies mit einer ganzen Serie vermeintlich rechter Anschläge und Schmierereien – auch gegen Immobilien des arabischen Remmo-Clans – in Verbindung gebracht.

Die Empörungswelle rollte los. Nach Ermittlungen von Polizei und Feuerwehr stellt sich Tage später heraus, dass „ein nicht ordnungsgemäßer Umgang mit Propangasflaschen ursächlich für die Verpuffung war“.

 

12Nazi-Anschlag in Bielefeld

via Westfalen Blatt

Ein Passant findet im November 2020 einen verletzten Iraner und verständigt den Notarzt. Das Opfer wurde „nach eigenen Angaben von einer Gruppe angegriffen und verletzt“, wie der Lokalsender Radio Gütersloh berichtet. Zu den Tätern heißt es: „Der junge Mann gab an, von vier bis fünf Männern überfallen worden zu sein, die Nazi-Symbole trugen.“

Man habe ihn geschlagen und sogar ein Hakenkreuz in seine Brust geritzt, so seine Aussage. Sofort ermittelt der Staatsschutz. Eine „groß angelegte Fahndung“ beginnt, bei der auch ein „Suchhund“ eingesetzt wird. Sie bleibt erfolglos. Die Aussage der untersuchenden Rechtsmedizinerin nähren bald erste Zweifel. Die Verletzungen würden „nicht in vollem Umfang mit den Angaben des 19-Jährigen“ übereinstimmen, heißt es.

Zwei Tage nach der „Tat“ dann die Wende: Der 19-jährige Geschädigte erscheint auf der Polizeiwache und gesteht, sich die Verletzungen selbst zugefügt und die Tat frei erfunden zu haben. „Er habe Aufmerksamkeit erregen wollen“, so die Polizei. Die Antifa demonstriert trotzdem einen Tag später trotzdem gegen rassistische Gewalt.