Anzeige

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Die ehemalige SED-Parteizeitung büßte innerhalb von nur sechs Jahren die Hälfte seiner Leser ein.

Sozialistische Zeitung kann sich nicht am Markt behaupten

In der DDR war sie die zweitgrößte Zeitung überhaupt: Das Blatt „Neues Deutschland“ – kurz „ND“ – erzielte noch 1989 eine Auflage von 1,1 Millionen Exemplaren – jeden Tag. Nach dem Untergang des real existierenden Sozialismus hat die DDR-Propagandazeitung etwas eingebüßt.

Anzeige
Werbung am Alexanderplatz ist für das ND schon längst eine Nummer zu groß.
Bundesarchiv, Bild 183-C1219-0013-001 / CC-BY-SA 3.0

Seit Jahren ist die Auflage rückläufig. Nach der Jahrtausendwende verkaufte das ND unter der Woche immerhin noch etwa 60.000 Zeitungen. Bis 2010 sank die Auflage auf 40.000 Exemplare – und die Halbwertszeit wird kürzer.

»Neues Deutschland« sieht alt aus.

Die laut langer Eigenbezeichnung „Sozialistische Tageszeitung“ verlor, wie neue Zahlen zeigen, innerhalb von nur sechs Jahren mehr als die Hälfte ihrer Auflage. Waren es Mitte 2014 noch im Schnitt 36.727 Exemplare, sind es aktuell bloß noch 18.115.

Redaktionsgebäude der Tageszeitung „Neues Deutschland“.
Jürgen Hanel – imago images

„Alle Tageszeitungen kennen diese Entwicklung“, relativierte die taz bereits 2019, kam aber nicht umhin zuzugeben: „Nur läuft sie beim nd schneller ab, weil die Leserschaft älter ist und stirbt.“