Prinzen anhimmeln war gestern. Der Mäusekonzern geht mit der Zeit und setzt verstärkt auf sexuelle Vielfalt. Treibende Kraft hinter seiner ersten nicht-heterosexuellen Heldin ist selbst eine Bisexuelle.

Linke fieberten auf diesen Moment hin

Ist sie es, oder ist sie es nicht? Als 2019 die Fortsetzung des Disney-Megahits Die Eiskönigin Premiere feierte, waren viele Anhänger und Freunde der queeren Community bitter enttäuscht. Ihr Wunsch, die blonde Elsa – Idol von Millionen Mädchen weltweit – könne lesbisch sein, hatte sich nicht erfüllt.

Nun will Disney es wiedergutmachen: Die auf der Streamingplattform Disney + debütierende Zeichentrickserie Willkommen im Haus der Eulen wartet tatsächlich mit einer bisexuellen Heldin auf.

Queer allein reicht nicht

Luz Noceda ist der Name der Disney-Protagonistin, die Männer und Frauen gleichermaßen liebt. Überhaupt ist in der magischen Fantasiewelt, in die Luz hineinkatapultiert wird, so einiges queer. In einer Episode erfährt man beiläufig, dass eine andere Figur zwei Väter hat. Die wachsende und zahlungskräftige LGBTQ-Community wird es Disney danken.

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Neben der sexuellen Vorliebe der Serienheldin begeistert der Konzern progressive Zuschauer zusätzlich mit ihrer dominikanischen Herkunft. Disney dürfte wissen: Auch diese Minderheit ist in den USA in den letzten 20 Jahren rasant gewachsen. Auch hier gibt es also noch viele Konsumenten zu gewinnen.

»Positive Vibes« für Nicht-Heteros

Auf Twitter beschreibt Serienschöpferin Dana Terrace, dass sie mit ihrer Idee im vormals stockkonservativen Mäuseimperium zuerst auf Widerstände gestoßen sei. Aber das hätte sich inzwischen erledigt.

„Ich bin bi“, teilte sie am 9. August auf Twitter mit. „Ich will einen Charakter schreiben, der bi ist, verdammt nochmal.“ Wie Walt Disney, J.M. Barry, Astrid Lindgren und Erich Kästner dieses Anliegen bewerten würden? Bei ihnen spielte die Sexualität der Protagonisten keine derart prominente Rolle. Immerhin geht es um Medien für Kinder.

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Terrace dagegen freue sich, wenn Nicht-Heterosexuelle ihre Sendung abfeiern und hoffe, dass ihre Figuren auch weiterhin „positive Vibes“ erzeugen. Ihr selbst habe die Arbeit an Willkommen im Haus der Eulen dabei geholfen, sich zu outen – da war sie jedoch bereits Ende 20.

Inwiefern die Serie nun geeignet sein soll, Kinder im nicht geschlechtsreifen Alter zu ‚unterhalten‘, müssen die Eltern entscheiden.