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In Zeiten von Shitstorms und anonymen Diskussionen im Netz, vergessen viele, dass auch politisch Andersdenkende nur Menschen sind. Und wenn Rechte in den Medien als geifernde Verbrecher dargestellt werden, trauen sich kritische Linke umso weniger, aus ihrer Filterblase auszubrechen. Ein Fall aus den USA zeigt, dass es auch besser geht.

Vom Strick-Forum zur Trump-Rally: Psychologin hat genug von politischer Korrektheit

Die US-amerikanische Psychologin Karlyn Borysenko spendete vor noch nicht allzu langer Zeit für den Erfolg von Bernie Sanders. Früher eine überzeugte Demokratin, die Republikaner für primitiv hielt, fand sie sich im Februar 2020 auf einer Trump-Veranstaltung wieder. Was war geschehen?

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Die Antwort darauf scheint banal: Borysenko strickte und war Mitglied in einem Strickforum – in einem Video erzählt sie ihre Geschichte.

Sie strickte, um sich zu entspannen und auf andere Gedanken zu kommen. Doch im Forum ging es immer häufiger nur noch darum, darüber herzuziehen, wie furchtbar der Präsident und seine Anhänger seien. Andersdenkende wurden beschimpft und ausgegrenzt.

Die ständige Bombardierung mit linkem Gedankengut im Strickforum nervte Borysenko – immerhin wollte sie einfach nur stricken.

Große Überraschung in der Warteschlange: Trump-Anhänger sind auch nur Menschen

Die ganze Sache brachte Karlyn Borysenko zum Nachdenken: „Können Trump-Wähler, einige davon meine Nachbarn, denn wirklich so schlimm sein, wie sie in den Medien dargestellt werden?“

Als sie dann zu einer Trump-Rally aufbrach, um der Frage selbst nachzugehen, war der Schock im Freundeskreis groß – man nahm sie plötzlich nicht mehr ernst oder machte sich Sorgen.

Aaron of L.A. Photography – Shutterstock

In der Warteschlange kam dann die große Überraschung: Die Trump-Fans nahmen Borysenko herzlich auf, obwohl sie offen als Demokratin auftrat.

„Das waren gute, hart arbeitende Menschen aus allen Bereichen des Lebens. Elektriker, Anwälte, Lehrer, Kleinunternehmer und Veteranen.“, berichtet sie über die Menschen, die sie traf.

Und entgegen linker Klischees wirkten diese Menschen auf sie „weder dumm, gehirngewaschen, noch rassistisch, sexistisch oder weißgottwas-phobisch.“
Auch die Atmosphäre war ganz anders als unter Linken: positive Energie und Nationalstolz statt gebetsmühlenartiger Parolen über Rassismus und Sexismus.

Ex-Linke findet ihre Heimatliebe wieder und setzt sich für Meinungsfreiheit ein

Abschließend richtet sie in ihrem Video einen bewegenden Appell an die Zuschauer:

„Ich habe gelernt, dass die Menschen auf den Trump-Rallies dort nicht hingehen, weil sie irgendjemanden hassen, sondern weil sie Amerika lieben. Ich hatte diese Liebe verloren, aber habe sie nun zurück.“

„Die Rally erinnerte mich auch daran, dass wir ein Volk sind: Ja, wir haben Meinungsverschiedenheiten, aber das macht uns nicht zu bösen Menschen. Ich lehne es ab Menschen aufgrund dessen zu hassen, was sie wählen.“