Gegen die Realität können Filme einpacken, also mach dich nicht verrückt mit dem ganzen Unsinn!

1Dir muss nicht übel werden!

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Eine Frau übergibt sich immer wieder. Mit flauem Magen macht sie den Test und ihre Vermutung wird bestätigt: Sie ist schwanger! Klar, so kann es laufen. Und vielen Frauen geht es so. Aber nicht jede Frau hat Schwangerschaftsübelkeit.

Viele Leute glauben auch heute noch, dass eine besonders starke Übelkeit auf ein Mädchen hindeutet. Quatsch! Du kannst daraus überhaupt keine Rückschlüsse auf das Geschlecht des Kindes ziehen!

2Du musst nicht für Zwei essen!

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Keine Ahnung, wer jemals auf diese Idee gekommen ist. Manche Schwangere haben richtig großen Hunger. Manchen fehlt der geringste Appetit. Und bei den meisten hängt es vom Zeitpunkt innerhalb der Schwangerschaft ab. Dein Kind braucht nicht genauso viel Energie wie du.

Dein Baby ist noch klein und wird durch gutes, normales Essen mitversorgt. Frauen dürfen natürlich gerne während der Schwangerschaft zunehmen, aber eine zu große Überversorgung kann zu Komplikationen führen. Also ernähre dich einfach ganz normal und abwechslungsreich, so geht es dem Kind am besten!

3Als Schwangere musst du keine ekligen Sachen essen!

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Saure Gurken mit Nutella: Hat jeder schon mal gehört, oder? Ist aber Quatsch. Nicht jede Frau hat solche Gelüste und das ist völlig in Ordnung.

4Du brauchst nicht so viel Kram, wie man dir einreden will!

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Ein Baby ist im Anmarsch, also musst du schleunigst tausende Euro in die Hand nehmen! Oder? Natürlich nicht! Wenn du von deiner Schwangerschaft erfährst, hast du vermutlich immer noch 7-8 Monate vor dir, in denen du alles ganz ruhig angehen kannst. Das Baby interessiert sich nicht für ein bunt gestrichenes Zimmer oder den außergewöhnlichsten Strampler, den du finden kannst.

Es will nur deine Nähe, ausreichend Ruhe und Milch. Das kommt aber eigentlich alles von ganz alleine. Abgesehen von Windeln und etwas Wechselkleidung verlangt ein Kind erst mal nach gar nichts. Also entspann‘ dich!

5Wehen hast du schon während der Schwangerschaft!

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Wenn du Wehen spürst, geht es los? Nö. Die sogenannten Übungswehen kannst du schon viele Wochen vor dem Endspurt haben. Vielleicht ziehen sie auch ein bisschen im Bauch. Aber meistens spürst du sie gar nicht. Du merkst nur zwischendurch mal, dass dein Bauch etwas hart ist, wenn du ihn berührst. Das geht nach einer Minute wieder weg.

6Der Geburtstermin sagt gar nichts aus!

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Wenn du den Tag der Empfängnis selber nicht kennst, passiert es oft, dass der Frauenarzt sich verrechnet. Und selbst wenn nicht: Dein Baby hat keinen Terminkalender parat.

Nur etwa 4 % der Kinder kommen am errechneten Termin zur Welt. Fast alle kommen im Zeitraum von zwei Wochen davor oder danach.

Manche Kinder sind eben früher und manche erst später reif für die Geburt. Der Deutsche Hebammenverband appelliert deshalb schon seit Jahren dafür, den „Geburtstermin“ gegen einen Geburtszeitraum auszutauschen. Das nimmt dir auch viel Stress, wenn „der Termin“ überschritten wurde.

7Die Geburt beginnt nicht mit einem Blasensprung!

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Der Hollywood-Klassiker. Am besten platzt die Fruchtblase mitten in der Innenstadt und die Schwangere muss schleunigst ins Krankenhaus, bevor das Kind im Taxi zur Welt kommt.

In Wirklichkeit gibt es Kinder, deren Fruchtblase erst während der Geburt von der Hebamme geöffnet wird. Manche kommen sogar in einer völlig intakten Fruchtblase zur Welt. Und einige Frauen können mit einem Blasensprung noch Tage lang herumlaufen, ohne dass es los geht.

8Eine Geburt ist viel kürzer, als du denkst!

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Die ersten spürbaren Wehen sind noch nicht der Geburtsbeginn. Erst mal kommt die Eröffnungsphase, bei der du noch unregelmäßige und schwächere Wehen hast. Das Kind und der Muttermund bereiten sich nämlich auf die Geburt vor. Zu diesem Zeitpunkt zählen viele Schwangere schon mit der Stoppuhr die Wehenlängen und -abstände. Oder sie fahren gleich ins Krankenhaus.

Doch eine gute Hebamme wird dir sagen, was eigentlich wichtig ist: Komm‘ nochmal zur Ruhe, versuch‘ zu schlafen, back‘ einen Kuchen und nimm vielleicht ein warmes (nicht zu heißes) Bad. Horrorgeschichten von Geburten, die zwei bis drei Tage lang dauern, heißen meistens nur, dass diese Eröffnungsphase mitgezählt wurde.

9Normalerweise ist kein Kind zu groß für seine Mutter!

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Ärzte verschätzen sich vor der Geburt ständig, wenn es um Gewicht und Größe des Kindes geht. Da kann das Kind schon mal ein ganzes Kilo leichter oder schwerer sein als vorhergesagt. Lass dich nicht verrückt machen!

Ein Kind ist üblicherweise nicht zu groß für die Mutter, wenn keine gesundheitlichen Probleme vorliegen. Ein typischer Hebammenspruch: „Nicht die Größe des Babykopfes ist das Problem, sondern die Größe des Mamakopfes.“ Das Wichtigste ist auch hier, dass du dich entspannst!

10Geburten müssen nicht im Krankenhaus stattfinden!

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Erst seit ein paar Jahrzehnten ist es üblich, dass Kinder im Krankenhaus zur Welt kommen. Eben um auf „Nummer sicher“ zu gehen. Ärztliche Beobachtung schade ja nicht. Dabei kannst du dein Kind auch in Ruhe mit einer versierten Hebamme in einem gemütlichen Geburtshaus bekommen. Oft sorgt das für eine komplikationsfreiere Geburt. Im Notfall kann man immer noch ins Krankenhaus.

Klar, gerade beim ersten Kind will man oft jede Sicherheit mitnehmen. Später gehen aber immer mehr Mütter in Geburtshäuser und wünschen sich, sie hätten das früher probiert.

11Eine Nabelschnur um den Hals des Kindes ist meistens gar kein Problem!

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Hat man schon oft gehört. Das Kind habe zu wenig Sauerstoff bekommen, weil die Nabelschnur um den Hals gewickelt war. Aber das ist nur in ganz seltenen Fällen ein Problem. Tatsächlich kommt jedes dritte Kind mit einer verwickelten Nabelschnur auf die Welt und hat überhaupt keine Probleme.

Der Grund: Atmen muss es erst, wenn es zur Welt gekommen ist. Und die Gefäße einer gesunden Nabelschnur werden nicht abgedrückt, weil sie schön gepolstert sind. Also locker bleiben!

12Eine Geburt kann und muss nicht schmerzfrei sein!

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Immer wieder gibt es Scharlatane, die Versprechungen von einer schmerzfreien Geburt machen. Man könne die Schmerzen verschwinden lassen. Und überhaupt seien es ja gar keine Schmerzen, sondern Muskelkontraktionen. Geburtsschmerzen seien dir bloß „an-sozialisiert“.

Das sind leere Versprechungen. Die deutsche Sprache spricht nicht grundlos von „Wehen“. Natürlich tut eine Geburt weh. Aber es gibt gute Methoden, um mit diesem Schmerz umzugehen. Keine Sorge, Hebammen sind genau dafür da, um dir mit dem Schmerz zu helfen und dir zu zeigen, wie du ihn nutzt, damit es schnell geschafft ist.

13Dein Körper kann viel mehr, als du denkst!

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Bei der Geburt wird ein heftiger Hormoncocktail ausgeschüttet, der die Schmerzen erträglich macht. Du weißt eigentlich instinktiv, was zu tun ist. Und du bekommst die nötige Kraft für die Geburt.

Eine Geburt ist nämlich nichts, was irgendwie über dich hereinbricht. Du bist nicht passiv, sondern arbeitest aktiv, um das Kind zur Welt zu bringen. Die Engländer nennen sie deshalb „Labour“ (=Arbeit).

14Niemand braucht eine „Pinkelparty“!

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Natürlich will jeder das Kind angucken, mal kurz halten und dich beglückwünschen. Alles schön und gut, aber das muss nicht innerhalb der ersten Woche sein. Nicht mal innerhalb der ersten zwei Wochen! Nur zwei Menschen sind nach der Geburt so richtig wichtig: Du und das Kind! Dann kommt der Mann und dann kommt ganz lange niemand.

Ihr könnt euch in den ersten Tagen erst mal kennenlernen, euch ineinander verlieben und einen Rhythmus finden. Da braucht es keine Schwiegermutter, die dir Tipps beim Stillen und Wickeln gibt. Das kann eine ausgewählte Freundin oder die Hebamme machen. Also tu dir selbst einen Gefallen und gönn‘ dir Ruhe!